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Nicht nur für die eigene Schublade schreiben

Mainzer Geschichtsstudenten haben eine Onlinezeitschrift gegründet, in der die eigene Hausarbeit nicht nur veröffentlicht werden, sondern auch von anderen Kommilitonen zitiert werden kann.

 

Die Hausarbeit ist eine der wenigen Gelegenheiten, in der Studierende selbstständig zu einem Thema forschen können. Schade nur, dass sich das Ergebnis von wochenlangem Stress nur in einer Note in JoGustine niederschlägt, die eigenen wissenschaftliche Ergüsse bekommt danach keine Menschenseele mehr zu Gesicht. Aber muss das so sein?
Mit der Gründung von SKRIPTUM, einer Onlinezeitschrift von Studierenden für Studierende der Geschichtswissenschaft und der Geschichtsdidaktik, können nun eigene Arbeiten professionell veröffentlicht werden. Alle Arten von Seminararbeiten, Rezensionen und Unterrichtsentwürfen finden in der Onlinezeitschrift eine zweite Heimat. Allerdings veröffentlichen die Herausgeber  Dominik Kasper und Max Grüntgens nur überdurchschnittliche Arbeiten, das heißt mit einer Bewertung von 1,7 oder besser. Dadurch versucht die Zeitschrift den Spagat zwischen hoher wissenschaftlicher Qualität und dem Anspruch als Plattform für studentische Arbeiten zu dienen. Ob das gelingt, wird die Zukunft zeigen.

 

Kasper und Grüntgens sehen SKRIPTUM zwar in erster Linie als Sprachrohr für Studierende der Mainzer Geschichtswissenschaft, doch soll es ebenso helfen, sich mit anderen zu vernetzen und das vorhandene Wissen unkompliziert weiterzugeben. So arbeitet man mit ähnlichen studentischen Projekten in Hannover oder München zusammen. Im Unterschied zu diesen legen die beiden jedoch besonderen Wert auf Beiträge aus der Fachdidaktik, beispielsweise Unterrichtsentwürfe. Auch über digitale Angebote wollen sie informieren, neue Datenbanken, Editionsprojekte oder wissenschaftliche Suchmaschinen vorstellen. Das funktioniert auch andersrum: SKRIPTUM ist als elektronische Zeitschrift anerkannt, die Beiträge können über die üblichen Suchmaschinen gefunden und damit vor allem zitiert werden. Um Recherchen zu erleichtern, findet man am Anfang jeden Beitrags eine Inhaltszusammenfassung auf Deutsch, Englisch und Französisch. Die Beiträge von Mainzer Studierenden decken Themen in allen Epochen ab.

 

Bisher gibt es an der Uni Mainz kaum solche Projekte wie dieses. Zwei Ausgaben sind seit Mai 2011 erschienen, mit jeweils fünf bis acht Beiträgen. Es bleibt zu hoffen, dass die Onlinezeitschrift viele Nachahmer findet, an anderen Universitäten und in anderen Fachbereichen, so dass nicht nur die Mainzer Geschichtsstudierenden ihre Hausarbeit aus der Schublade holen könnten.

 

Autor: 
Daniel Hadwiger
Ressort:
Report
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