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Diplomarbeit deluxe - „Babylon 2084“

Regisseur Christian Schleisick hat seinen Diplomfilm „Babylon 2048“ vor kurzem im Mainzer Capitol vorgestellt. Mit uns spricht Christian über die Story und ihre Hintergründe.

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Bereits der Name „Babylon 2084" lässt eine gewisse Nähe zur Dystopie „1984" von George Orwell annehmen. Was genau steckt dahinter?

Parallelen zu 1984 liegen bei uns eigentlich nur in der Ästhetik des Films. Alles ist recht grau und düster  - eben 100 Jahre nach 1984. Ansonsten hat unser Film nichts mit George Orwell's Geschichte zu tun, er ist keine Sozialismuskritik oder sowas.

Unkritisch ist er aber auch nicht...

Das stimmt. Unser Film greift die Problematik  unseres Wirtschafts- und Finanzsystem auf: den unendlichen Wachstum von Geldvolumen und Kapitalnachfrage. Die beiden Türme in unserem Film spiegeln den Teufelskreis wieder, der durch einen nicht enden wollenden Wachstum entsteht: Sie sind wie ein Unternehmen oder Staat, der ständig besser und größer werden oder aufrüsten muss, um nicht vom Gegenüber verschluckt zu werden.

Wie sähe es denn in einer perfekten Welt aus?

Wir wollten in unserem Film keine Lösung für eine perfekte Welt geben. Wir wollten vielmehr die Realität  auf Basis dieser Problematik auf ein simpleres Modell abstrahieren.

Wichtig war uns dabei, eine Begründung zu geben, warum es ist, wie es ist und sich nichts ändert: weil dem Einzelnen im Endeffekt immer der eigene Vorteil wichtiger ist, als das Ganze.

Genau wie E90 - 1248?

Richtig. Der Name verrät schon alles: „E90" lässt sich auch als „EGO" lesen - und „1248" ist eine exponentiell wachsende Zahlenreihe. Unser Protagonist repräsentiert also jemanden, der das eigene Wohl über das der Allgemeinheit stellt und nur aus der eigenen Perspektive heraus handelt, um selbst „zu wachsen".

Im Film sieht man  es  ihm irgendwie noch nach, weil er naiv und dumm daher läuft, mit einer kindlichen Liebe zu einer einzelnen Blume. Eigentlich tut er aber genau das, was auf lange Sicht allen zum Verhängnis werden wird.

// Das Interview führte Julia Wadhawan

 

Filminfo:

E90-1248 arbeitet als Baustoffsortierer in einem von zwei Türmen, die sich in einer endlosen Wasserfläche gegenüberstehen. Sein Leben dient dem Wachstum des Turmes, denn das Wasser steigt. Durch einen Unfall gelangt er in das unterste Stockwerk, in das all diejenigen abgeschoben werden, für die es in dem Turm keinen Platz mehr gibt. E90-1248 wird klar, dass der Turm auf dem besten Wege ist, sich selber zu zerstören und, dass er der einzige ist, der die Menschheit vor dem Untergang retten kann.

Der Film ist derzeit auf persönliche Nachfrage zu erhalten. Infos hierzu auf www.babylon2084.de oder über babylon2048@googlemail.com