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Eisberg voraus!

Spätestens seit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet im oscarprämierten Kassenschlager von James Cameron beim Untergang der Titanic um ihr Leben kämpften, ist der Mythos des auf seiner Jungfernfahrt gesunkenen Luxusliners populär.

Dass Cameron in seinem Film stark auf die Tränendrüse drückt, ist auch nichts Neues. Es sind aber auch Erzählungen wie die von der Band, die bis zur letzten Minute spielte, um die Menschen zu beruhigen und von verschiedenen Fehlentscheidungen seitens des Kapitäns John Smith und seiner Offiziere bezüglich zu hoher Geschwindigkeit und Evakuierung in die Rettungsboote, die den Mythos um die Titanic am Leben erhalten. Verschiedene Gerüchte, die sich um das Schiff ranken, tragen wohl ihr Übriges dazu bei. So ist angeblich nicht die Titanic im Jahre 1912 im Nordatlantik gesunken, sondern ihr bereits beschädigtes Schwesternschiff, die Olympic. Dieses Gerücht konnte allerdings widerlegt werden. Fakt ist jedoch, dass das Schicksal der Titanic viele Menschen nicht losgelassen hat. So etwa die Besucher der Ausstellung im Wiesbadener Marktkeller.
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Die Ausstellung ermöglicht mit mehr als 150 Exponaten und einer von Sky Du Mont in acht Sprachen gesprochenen Audiotour einen besonderen Einblick in die Geschehnisse eines der größten Schiffskatastrophen der modernen Schifffahrt. Ausgestellt sind dort Originalgegenstände von Bord des Luxusdampfers, aber auch originalgetreue Repliken und Modelle im Maßstab 1:1. So sind unter Anderem Briefe, Originalfahrkarten und ein Klappstuhl mit Decke vom Promenadendeck der Ersten Klasse zu sehen. Besonders beeindruckend sind der originalgetreue Nachbau eines Flurs aus dem Bereich der Ersten Klasse, sowie Nachbauten von Kabinen verschiedener Klasse und des Funkraums. Ein maßstabsgetreues Modell des Schiffes erlaubt einen Einblick in die räumliche Aufteilung an Bord. Neben einer Filminstallation, die den genauen Untergangsablauf zeigt, ist eine Eiswand montiert, die man sogar berühren kann.


Die Opfer der Katastrophe 

Im Vordergrund der Ausstellung steht allerdings die Darstellung persönlicher Schicksale Reisender der verschiedenen Klassen. So zum Beispiel das Schicksal des Ehepaares Isidor und Ida Straus. Ida entschied sich, an der Seite ihres Mannes zu sterben, anstatt ohne ihn eins der Rettungsboote zu besteigen. Als die beiden das letzte Mal gesehen wurden, saßen sie in Klappstühlen an Deck und hielten sich an den Händen. Ein zunächst glücklicheres Ende nahm im Vergleich dazu das Schicksal zweier Kinder, die mit ihrem Vater auf dem Weg in die USA waren. Sie reisten unter falschem Namen, da der Vater die beiden Jungen entführt hatte, um ein neues Leben mit ihnen zu beginnen. Den Untergang überlebten allerdings nur die Kinder. Da man die Kleinkinder für Waisen hielt, nahm sie eine Überlebende der Ersten Klasse in ihre Obhut. Durch in Zeitungen abgedruckte Bilder fanden die in Europa lebende Mutter und ihre Söhne wieder zueinander. Trotz der glücklichen Familienzusammenführung überwanden die Kinder die traumatischen Erlebnisse des Schiffsuntergangs nie.

Eine durchaus gelungene Ausstellung, die durch weitere Veranstaltungen ergänzt wird. Am 14. Januar fand die erste Titanic-Nacht in Wiesbaden statt. Die Resonanz auf die Titanic-Nacht, in der den Besuchern in verschiedenen Locations  abwechslungsreiches Programm, darunter zum Beispiel ein Café Parisien, wie es eins an Bord des Schiffes gab, geboten wurden, war so groß, dass weitere Titanic-Nächte und Vortragsabende stattfinden werden.

Aber was macht den Reiz an der Titanic nun eigentlich aus? Bei der Beantwortung dieser Frage spielen zweifelsohne mehrere Faktoren eine wichtige Rolle. Stefanie Hebgen, Pressesprecherin der Ausstellung, sieht die Bedeutung des Schiffes für die damalige Schifffahrt und die Gesellschaft als besonders wichtigen Faktor an. Die Titanic war nicht nur das größte und luxuriöseste Schiff der Welt und aus technischer Sicht seiner Zeit weit voraus, sie war auch das Schiff der Auswanderer, die sich in der Neuen Welt ein besseres Leben versprachen. Darüber hinaus spielt der Glauben, endgültig über die Naturgewalten gesiegt und ein unsinkbares Schiff konstruiert zu haben, eine besondere Rolle. Ein fataler Irrglaube, der ungefähr 1.500 Menschen das Leben kostete und zu weitreichen Veränderungen bei Schiffskonstruktionen führte.  

Titanic - Die Ausstellung

Wiesbadener Marktkeller

tägl. von 10 bis 19 Uhr geöffnet

noch bis 2. Mai

weitere Informationen unter www.titanic.eu


Fotos und Text: Isabelle Sterzel