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Älterwerden kann so schrecklich (schön) sein

Mit gleich drei Handlungssträngen vermengt Christoph Schnaub in „Giulias Verschwinden“ seinen alpinen Humor. Seit Anfang Februar läuft der Film nun auch hier.

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von Kathrin Schön // (5.2.) Giulia (Corinna Harfouch) droht zu verschwinden - natürlich nicht wirklich, jedoch kommt es ihr am Abend ihres 50. Geburtstages so vor, als wäre sie in den Augen ihrer Mitmenschen, aufgrund ihres Alters unsichtbar und uninteressant. Vor lauter Frust beschließt Sie, anstatt, wie geplant, zur eigenen Geburtstagsparty zu gehen, sich einen Einkaufsbummel zu gönnen. Während sich ihre ebenfalls in die Jahre gekommenen Gäste bereits Sorgen um Giulias Verbleib machen und sich das Warten mit bissigen und humorvollen Diskussionen über die Leiden und Laster des Alters versüßen, lernt Giulia John (Bruno Ganz), einen abgeklärten Finanzberater kennen, der sich anscheinend schon lange keine Sorgen mehr um das Älterwerden macht.

Während sich die beiden in einer Hotelbar besser kennen lernen, entwickeln sich parallel zu Giulias Geschichte zwei weitere Handlungsstränge, die uns als Publikum auf ganz andere Altersproblematiken hinweisen. Da ist zum einen der 80. Geburtstag einer älteren Dame, die sich nichts aus den Erwartungen an ihr Alter macht, indem sie ihr Kaffeekränzchen im Altersheim mit einer spontanen Tortenschlacht etwas auflockert, um sich im Anschluss daran mit dem „Sunnyboy" des Altersheims zu verloben. Im Gegensatz zu ihr, steht die 13-jährige Jessica, die sich zwischen ihren streitenden Eltern, coolen Jungs und pubertären Verwirrungen erst einmal zurecht finden muss.

Corinna Harfouch und Bruno Ganz überzeugen mit ihrer sympathischen Art und ihrem schauspielerischen Talent in den Rollen als Giulia und John und bringen uns mit ihren humorvollen, doppeldeutigen Dialogen zum schmunzeln, auch wenn der Film an sich, trotz großer Anstrengung, keine Herausforderung für unsere Lachmuskeln darstellt. Vielmehr ist es ein feines Grinsen, das einem bei der einen oder anderen Szene über das Gesicht huscht. Selbst wenn einem vor Lachen nicht die Tränen kommen, so denkt man nach „Giulias Verschwinden" wenigstens ein wenig gelassener über das Älterwerden nach.

Bilder: www.outnow.ch