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Nicht ja und nicht nein


Es bleibt spannend: Das Gerücht über einen künftigen Nobelitaliener in der jetzigen Taberna Academica wird weder
bestätigt noch dementiert. Jedenfalls sei das benachbarte Kulturcafé laut Uni-Kanzler nicht gefährdet.

von Ingo Bartsch //null  Taberna Academica raus, Nobelitaliener rein - dieses Gerücht kursiert seit einer Weile schon auf dem Mainzer Campus, und damit einhergehend auch die Vermutung einer Gefährdung des benachbarten Kulturcafés - denn wenn der Gourmet bei Kerzenlicht und Vivaldi sein Luccioperca verspeist, möchte er die Gaumenfreuden sicher nicht durch das dumpfe Dröhnen eines Punkkonzerts nebenan getrübt wissen. Und es wäre nur das Verriegeln der Zugangstür zu den Toilettenanlagen, das dem Q-Kaff den Garaus machen kann: Verweigerte die Uni dem Kulturcafé die Benutzung ihres Flurs samt Klos, müssten neue Toiletten her - angesichts der ohnehin nicht riesigen Q-Kaff-Räumlichkeiten in einem darüber hinaus denkmalgeschützten Gebäude eine utopische Vorstellung.
Tatsächlich sagt Zoltan Ostermayer, Pächter und Wirt in der Taberna Academica: „Wenn ich einen angemessenen Abstand bekomme, gehe ich hier raus. Ansonsten bleibe ich bis 2013, so lange läuft der Pachtvertrag." Ihm ginge es darum, kein Minus zu machen. Und was sagt Ostermayer über den Nobelitaliener? „Dazu kann ich nichts sagen. Aber so eine gehobene Gastronomie würde hier nicht überleben. Hier kommen Studenten und Unimitarbeiter in der Mittagspause, die zahlen keine zwanzig Euro für ein Essen." Und ja, es gebe bereits Interessenten für seine Nachfolge, und er habe auch schon Gespräche geführt, sagt Ostermayer. Mehr Details gibt der Taberna-Wirt nicht preis. Über seine Nachfolge entscheidet er ohnehin nicht alleine. Sollte er sich mit einem Kandidaten einig sein, muss diesen auch die Univerwatung in der Alten Mensa haben wollen, genauer: Uni-Kanzler Götz Scholz.
Ihm falle es schwer, sich zu Gerüchten zu äußern, von denen er nicht wisse, woher sie stammten, sagt Scholz. Kommt nun ein Nobelitaliener, wenn ein Pächterwechsel in der Taberna ansteht? „Wir haben jedenfalls vor, bei einem möglichen Pächterwechsel in der Taberna wieder ein Essensangebot an Universitätsmitglieder und deren Gäste zu realisieren, angesichts der Entfernung des Forums zu anderen Verpflegungsbetrieben auf dem Campus und deren Angeboten sicherlich nachvollziehbar", erklärt der Kanzler. Das ist kein Ja, aber auch kein Nein zur gehobenen mediterranen Gastronomie auf dem Campus. Doch in Sachen Kulturcafé trifft Scholz eine klare Aussage: „Eine Auswirkung auf den Betrieb des Q-Kaff erkenne ich nicht, dessen Bestand ist in keiner Art gefährdet."