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Viele viele bunte Eier

Das Osterei - unendliche Vielfalt. Wir schreiben das Jahr 2010. Der 15. Internationale Rheingauer Ostereiermarkt im Kloster Eberbach bei Eltville am letzten Wochenende (27./28.02.) kredenzte eine unglaubliche Vielfalt an künstlerischen Aufbereitungen und Verfertigungen von Ostereiern.

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Allein die Wahl des Eies ist beträchtlich; so ist das Straußen-Ei neben dem Nandu-Ei das größte Ei, das man zum Eierbemalen verwenden kann. Demgegenüber ist die Verarbeitung des Zwergwachtel-Eies die reinste Geduldsarbeit. Auch muss es nicht unbedingt ein echtes Ei sein, denn aus Holz kann man schließlich auch ein Osterei formen. Wenn man bei Preisen ab dreißig Euro aufwärts für ein einzelnes Ei stutzig wird, so verschwimmt die Skepsis sogleich bei näherem Hinschauen und Nachfragen. Teilweise vier Stunden sitzten Künstler an besagtem Ei. Eine ruhige Hand ist das Ei und O dieser Kunst. Geduld und ein gutes Auge dürfen natürlich auch nicht fehlen. Das Handwerkszeug setzt sich ganz unterschiedlich zusammen: winzige Pinselchen, Füller, scharfe Skalpelle, Hobel oder Scheren, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Beeindruckend ist die Diversität der Ostereier.

Beeindruckend auch die Kunstwerke von Roma Fromme-Monsees, die religiöse Sprüche in kalligraphischer und heraldischer Manier auf den Eiern anordnet. Die Trachtenpaare von Ursula Bodes faszinieren ebenfalls, da die Trachten selbst eine Art Tradition von Kultur darstellen und zugleich auf einem Brauchtum, nämlich dem des Osterei-Bemalens, festgehalten wird.

Eine kurze kulturelle Einführung zum Osterei: In der christlichen Tradition symbolisiert das Osterei die Auferstehung Christi und verkörpert durch seine Form (kein Anfang und Ende) die Ewigkeit. Die Tradition des Ostereier-Verschenkens ist heute leider nicht hundertprozentig festzustellen. Es gibt allerdings in unzähligen Kulturen Nachweise darüber, beispielsweise in Armenien in den ersten christlichen Jahrhunderten sowie in Italien, wo Schüler im 12. Jahrhundert zu Ostern singend von Haus zu Haus zogen und dafür als Lohn Eier erhielten. Selbstverständlich darf man nicht vergessen, dass den Christen in der Fastenzeit (zwischen Fastnacht und Ostern) der Verzehr von Eiern verboten war und das Kochen der Eier zum Haltbarmachen diente.

Äußerst interessant an der Ausstellung jedoch ist auch, dass jeder dritte Besucher Amerikaner ist, und dass wohl in den USA Ostern noch viel exzessiver gefeiert wird als bei uns in Deutschland, was man wohl auch sehr am Kaufverhalten der Kunden sieht.

Alles in allem ein interessantes alljährlich stattfindendes Ereignis von kulturellem Wert in einer herrlichen Kulisse, jedoch sollte man vorher lieber keine Eier essen, denn dann wäre man allzu bald übersättigt.


Text und Bilder: Juscha Audy

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