Kann alles vergeben werden?
Im März kommt ein ganz besonderes Stück norwegischer Kultur in die deutschen Kinos. Troubled Water, ein packendes Seelendrama von Erik Poppe und der letzte Film seiner Oslo-Trilogie (darunter „SCHPAAA“ und „Hawaii, Oslo“). Behäuft mit Preisen und hochgelobt von Größen wie Michael Moore und Alec Baldwin. Wer den Film sieht, versteht schnell warum. 
von Anna Wolter // Als Halbwüchsiger hat Thomas (Pal Sverre Valheim Hagen) den
Tod eines Kindes verschuldet. Acht Jahre verbringt er dafür in Haft und erhält
nach seiner Entlassung eine Stelle als Orgelspieler. Unter neuem Namen versucht
er die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Zur Hilfe kommt ihm dabei die
alleinerziehende Pastorin Anna, in die er sich schon nach kurzer Zeit verliebt.
Doch die Schatten seiner Tat lassen sich nicht verdrängen.
Nicht nur Annas Kind, das dem damals verstorbenen Jungen ausgesprochen ähnlich
sieht, lässt die Bilder des schrecklichen Tages vor acht Jahren wieder
hochkommen, sondern auch Agnes (Trine Dyrholm), die Mutter des Kindes, taucht
auf.
Nachdem Agnes in dem Orgelspieler Thomas den Mörder ihres
Kindes erkannt hat, verliert sie mehr
und mehr die Kontrolle über ihre Gefühle. Schier wahnsinnig vor Angst, dass
Thomas wieder zum Täter wird, lässt sie ihre Kinder nicht mehr aus den Augen
und warnt Anna vor ihm. Den Verlust ihres Kindes hat sie noch nicht verkraftet
und ist weit davon entfernt Thomas zu vergeben. Vor allem blieb ihre wichtigste
Frage, nämlich wie ihr Kind gestorben ist, unbeantwortet.
Geschickt werden Thomas und Agnes Vergangenheit und
Gegenwart miteinander verwoben, ihre Geschichten erzählt, bis beide schließlich aufeinandertreffen und
Agnes endlich die Antwort auf ihre Frage erhält.
Troubled Water ist eine sensible Geschichte über Vergebung
und Versöhnung. Eindringlich von Anfang bis Ende und doch bleibt man als
Zuschauer eher der distanzierte Beobachter.
Ein Film, der ohne viele Worte auskommt und trotzdem den
Zuschauer bis in die letzte Minute festhält. Aufwühlend, nicht nur durch seine
fantastische Musik, sondern auch durch seine hervorragende Besetzung.
Foto: outnow.ch
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