Hä? Kelten?
Das Römisch-Germanische Zentralmuseum zeigt im Kurfürstlichen Schloss noch bis zum 1. August eine Sonderausstellung über die Spuren der Kelten in Oberitalien. 
Ähnlich wie über
die Vandalen gibt es auch über die Kelten Vorurteile, die nun in einer
interdisziplinären Ausstellung namens »Kelten? Kelten!« im Kurfürstlichen
Schloss in Mainz beseitigt werden sollen. Der Schwerpunkt liegt in den
Wanderungen keltischer Stämme nach Oberitalen im 4. und 2. Jahrhundert v. Chr. Grundlage
sind zahlreiche Funde aus Kriegergräbern
in denen keltische Schwertern und Helmen gefunden wurden. Zur
Veranschaulichung der Routen wurde der Boden des Saals mit einer großen
Landkarte Südeuropas beklebt, auf der man die Etappen der Kelten nachwandern
kann und bei jeder Station einen passenden Schaukasten findet. Dabei sind
Exponate gezeigt, die bisher noch nie in Deutschland ausgestellt wurden. Neben
typischen Rüstungen veranschaulicht ein naturwissenschaftliches Projekt durch
die sogenannte Strontiumanalyse von ausgegrabenen Zähnen einen Beweis, wie sehr
sich die italischen und keltischen Kulturen vermischt haben Die Forschungsteams
beantworten so die Frage nach der Identität der Kelten und den Mythos, der von
den italischen [sic] Völkern über jene geschaffen wurde. Dieser Mythos wurde
noch bis ins 19. Jahrhundert getragen und hinterlässt noch heute Spuren. Das
Forschungsprojekt entstand u.a. in Zusammenarbeit mit dem Institut für
Anthropologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Der Eintritt ist frei.
Text & Bild: Matthias Mickiewicz
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