Die Welt zu Gast bei der Israel-AG
Mit Filmreihen, Vorträgen und eigenen Buchveröffentlichungen hat die Israel-AG der Uni Mainz einiges zu bieten. 
Dass die
Israel-AG so gar nicht in das Klischee einer „AG" passt bewies die Gästeliste
ihrer letzten Veranstaltung Ende Mai, der Konferenz „The world facing Israel -
Israel facing the world: Images and Politics", für die sie neben Frank-Walter
Steinmeier und Kurt Beck (beide SPD) Referenten aus der ganzen Welt für ihre
Sache gewinnen konnten.
Neben den politischen
Hintergründen ist der Kontakt zu Betroffenen wichtig
Nachdem
einige Seminare und Studienreisen rund um das Thema Israel an der Uni stattfanden,
wurde 1991 die Arbeitsgemeinschaft Israel ins Leben gerufen, die außerhalb der
Seminarräume eine Plattform zum Austausch über die aktuellen Entwicklungen des
Nah-Ost-Konfliktes und des deutsch-jüdischen Verhältnisses ist. Seit der
Gründung hat die AG, die an die Studienstelle Israel angebunden ist, verschiedene Diskussionen und zahlreiche Vorträge mit Themen wie „Sport
als Motor deutsch-israelischer Beziehungen" organisiert. Doch die AG
will nicht nur die politischen und historischen Hintergründe des Konfliktes
wissenschaftlich reflektieren, sondern auch die unterschiedlichen Kulturen und
Religionen mit ihren Problemen hautnah verstehen lernen. In diesem Sinne werden
Studienreisen in die betroffenen Gebiete organisiert und Kontakte zu
israelischen und palästinensischen Studenten hergestellt. Auf diese Weise
kommen die Mitglieder mit Zeugen und Betroffenen ins Gespräch und können sich
vor Ort ein eigenes Bild machen. Es kam auch schon vor, dass die AGler in
Zusammenarbeit mit der Studienstelle Israel
zu Autoren wurden und die Resultate ihrer Arbeit in Buchform festhielten. Und
wenn sie vom Reden, Reisen und Schreiben genug haben, lassen sie das Medium
Film seine Arbeit tun und zücken die passenden Streifen, wie zuletzt 2009 in
der Filmwoche „Israel in Filmen - Filme
aus Israel".
Die Welt schaut auf Israel
Das
aktuelle Projekt ist die Publikation der Ergebnisse aus der Konferenz, die im
Landtag und auf dem Campus stattfand. Die AG wollte „mal wieder etwas Großes
machen" und arbeitete rund ein Jahr an der Vorbereitung. Es wurden Einladungen
in die ganze Welt verschickt und Sponsoren mit ins Boot geholt. Schließlich
konnte die Konferenz beginnen, in der die unterschiedlichen Blickwinkel von
Afrika über Asien bis hin zu den USA auf Israel und im Gegenzug Israels Sicht
auf die verschiedenen Staaten vorgestellt wurden. Immerhin gibt Israel laut
einer Studie des BBC (2008), die auf der Homepage der AG eingesehen werden
kann, kein gutes Bild ab: 64 Prozent der Deutschen jedenfalls sind der Meinung,
dass Israel einen negativen Einfluss auf das Weltgeschehen hat - womit sie laut
Statistik nicht die einzigen auf der Welt sind.
So war die
Gegenüberstellung von Israel und Palästina, vertreten durch den ehemaligen
israelischen Botschafter Prof. Dr. Itamar Rabinovich und dem palästinensischen
Botschafter Prof. Dr. Manuel Hassassian, wie erwartet eine der spannendsten und
wurde auch nach Abschluss der Konferenz fortgeführt. Man stritt sich, das
Publikum einbezogen, über die Zwei-Staaten-Lösung und erörterte die Schuldfrage; hin und wieder schaltete Hassassian
wütend das Mikrofon aus - machte es aber für Fragen aus dem Publikum wieder an.
Zu einem
Konsens kam man nicht, das wäre ja auch zu schön gewesen, doch man darf die
Publikation mit Spannung erwarten.
Die
Arbeitsgemeinschaft Israel trifft sich jeden
Mittwoch um 18 Uhr im
Raum SBII 03-144 und freut sich über
jeden, der Lust hat sich zu engagieren.
Die nächste Filmreihe
ist bereits in Planung.
www.israel-ag.de
Text: Patrizia Pankalla, Foto: Israel AG
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