Anzeige
About War’n’Terror
„Live without war? No human being’s ever done that. Never will. It’s what makes us human.”
Shoot/Get Treasure/Repeat: Ein Ravenhillmosaik über die Angst vor Krieg und Terror im P1 auf dem Mainzer Campus.
„Grell und absurd, ironisch und unmittelbar, leise und subtil immer eindringlich“, so verspricht das „Day Old Theatre“ den Charakter seines neuen Stückes. Seit über 20 Jahren ist die Uni-Theatergruppe mit seinen englischsprachigen Inszenierungen aus dem Campus aktiv und aus dem dortigen Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Zu Beginn des neuen Jahres packen sie die Zuschauer gleich wieder kräftig bei den Ohren und Augen und schleudern ihnen nicht weniger als 9 von 19 dramatische Episoden des britischen Theatermachers Mark Ravenhill an den Kopf. Der siebenjährige Alex träumt von einem gefallenen Soldaten, der seinen Kopf holen will und eine Mutter fürchtet die Worte, die den Kriegstod ihres Sohnes bestätigen.
Ein Schauspielensemble schreit nach Massenüberwachung und Brandmarkung sogenannter „rotten eggs“ während Maria sich nur allzu bereitwillig foltern lässt. Viele kleine Momentaufnahmen sollen ein großes Gesamtbild von Krieg und Terror ergeben. Oder vielmehr von der Angst vor Krieg und Terror. Wie prägen und zerstören diese zwei Begriffe kulturelle Identität? Was machen sie mit unserer Psyche und Physis? Weitere Schlagworte sind Paranoia, Aggressionen und Gegenreaktionen. Ein Mosaik an Emotionen und bizarren Situationen, eben ein absurdes Spektakel mit einer deftigen Note an Gesellschaftsanalyse und –kritik. Von Schwarzweißzeichnungen bis zu ambivalenten Täter-Opfer-Beziehungen reicht das Spektrum und egal ob langsam oder schnell inszeniert – früher oder Später kippt die Stimmung, verkehren sich Charaktere in ihr Gegenteil.
Ravenhill, ein Name den man in der deutschen Bühnenszene nicht grad häufig zu hören bekommt. Der britische Theatermacher zählt aber zu den „Großen Drei“ der englischen „In-Yer-Face“-Bewegung des zeitgenössischen Theaters. “Blatantly aggressive or provocative, impossible to ignore or avoid” und “confrontational” übersetzen englische Wörterbücher diesen Ausdruck. Schock, aber auch Humor sind wichtige Bestandteile der modernen und zuweilen absurd-surrealen Bühnenrichtung.
Unter der Leitung von Ruth Faßbender bringt die DOT-Truppe nun neun Einakter dar, die durch Thematik und Leitmotive miteinander verbunden und durch multimediale Elemente verstärkt werden sollen. Alle Ensemblemitglieder verkörpern mehrere Rollen und rotieren somit zwischen Identitäten hin und her. „Shoot/Get Treasure/Repeat“ heißt das Ravenhill-Potpourri und leichte Kost wird es gewiss nicht werden. „You know what was wrong with wars before? They ended. But this war on terror goes on and on and on and on…“ In yer Face, Publikum! Wer anspruchsvolles Theater mag, der ist hier goldrichtig. Man darf gespannt sein, auf die gewagte Stoffauswahl der DOT-Truppe. Die Proben laufen jedenfalls auf Hochtouren, die Premiere findet am Montag den 16. Januar im P1 statt.
Shoot/Get Treasure/Repeat
Vorstellungen: 16., 17., 19. und 20. Januar, 20 Uhr, P1, Unicampus Mainz
Sprache: Englisch
Preise: 6 bzw. 4 Euro




















