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Allen und Turturro verzaubern die Einsamen

In "Plötzlich Gigolo" erzählt John Turturro als Regiesseur und Schauspieler von der leichten Kunst der Verführung. 

 

In weichen Retrofarben schwingt sich die Kamera durch die Straßen New Yorks, klettert an grauen Hauswänden hinauf, bevor sie sich ganz auf die Geschichte, die John Turturros neuer Film „Plötzlich Gigolo“ erzählt, einlässt. Denn es lohnt sich bei dem angeschlagenen Buchladenbesitzer Murray (Woody Allen) und seinem Freund, dem sanftmütigen Floristen Fioravante (John Turturro) zu verweilen, so abstrus und unverhofft sind die Ereignisse, die sich zwischen ihnen und den anderen Figuren entspinnen. Denn Murray hat eine ganz unkonventionelle Art gefunden, wie er und sein Freund Fioravante ihre finanzielle nicht ganz einfache Lage verbessern könnten. Fioravante soll die Einsamen verzaubern und sich dafür bezahlen lassen. Konkret wird dies als Murray Fioravante für eine Ménage à trois mit seiner attraktiven Hautärztin Dr. Parker (Sharon Stone) und ihrer skandalösen Freundin Selima (Sofía Vergara) „verkauft“. Doch als Murray die schöne orthodox chassidische Witwe Avigal (Vanessa Paradis) zu Fioravante bringt und deren Einsamkeit durch die zärtliche Berührung zerbricht, droht die bezahlte Präsenz Fioravantes und das Zuhälterdasein von Murray zerstört zu werden.

 

Mit „Plötzlich Gigolo“ hat Regisseur und Drehbuchautor John Turturro seinem Vorbild Woody Allen eine Rolle auf den Leib geschrieben. Während dieser in „Manhattan“ als Isaac Davis eine Lebens- und Liebeskrise eines neurotischen Intellektuellen durchlief, wird er nun als Murray zum modernen Gigolo, der den Frauen das verkauft, was sie sich ersehen: Präsenz. Stone beschreibt dies folgendermaßen: „Fioravantes Geschenk an die Frauen ist, dass er präsent ist. Es gibt nichts Attraktiveres als einen Menschen, der ganz bei dir ist und bereit ist, dich zu sehen und zu erleben wie du bist, der verletzlich, greifbar, liebevoll und einfach da ist“.

 

„Plötzlich Gigolo“ ist ein charmanter Film, der von der Einsamkeit der Menschen erzählt, von ihren stillen Sehnsüchten und geheimsten Wünschen. Aber auch von der Möglichkeit, die Wünsche frei zu leben, die Sehnsüchte genussvoll zu stillen. John Turturro ist es trotz der Gratwanderung zwischen eigenem Schauspiel und Regieführung gelungen, die Figur des Fioravante so zu spielen, dass sie für den Zuschauer eher mit Ungesagtem erfüllt ist, als mit Gesagtem und somit das Geheimnis des Schweigens birgt. Insbesondere die Kontrastierung der Figuren Murrays und Fioravantes, aber auch der verschiedenen Frauenfiguren und deren Weltbildern, macht „Plötzlich Gigolo“ zu einem Film, den es sich zu sehen lohnt!

 

Plötzlich Gigolo

Regie: John Turturro 

Genre: Komödie

Land: USA

Kinostart ist der 6. November 2014

 

 

Autor: 
Jana Fuchs
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Concorde Filmverleih GmbH
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