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Alles in Butter auf’m Kutter
So, Kinnings. Der „Käpt’n Blaubär“ feiert ein kleines Jubiläum. Grund genug den gleichnamigen Film mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
Blaubärs Erzfeind und Fernschachgegner, Prof. Dr. Feinfinger, hat die drei bunten kleinen Neffen des blauen Seebären entführt. Klar, dass der Käpt’n und sein herrlich trotteliger Matrose Hein Blöd sich auf ein Abenteuer begeben müssen, um die Nachwuchsschiffer zu retten.
Achtung Kinderfilm!
Dieser Film richtet sich in erster Linie an Kinder. Das sollte man als Nichtkind dringend bedenken! Der Streifen zeichnet sich nämlich durch einen infantilen, flachen und leicht bescheuerten Humor aus, den man schon mögen muss, wenn man sich amüsieren möchte. Wenn zum Beispiel Hein Blöd als Landtiersnack für waschechte Immobilienhaie herhalten soll und Blaubär diese Raubtiere mit einem Grundstückspapier abspeist, ist das kein sehr komplexer Gag. Daher einfach mal das Hirn abschalten. Die Figuren des Seeabenteuers zeichnen sich eben durch einen sehr leicht durchschaubaren Humor aus.
Blaubärs Erzfeind, der Bösewicht der Geschichte, kann dem Zuschauer als jämmerlicher und erbarmungswürdiger Erzrivale keinen Respekt einflößen, geschweige denn ihn überzeugen oder unterhalten. So muss Feinfingers Ego am Ende, als ihn die Blaubär-Patchwork-Familie in seinem eigenen Heimdomizil ‘Schloss Grauenfels’ mit angetackertem düsteren Höllenhimmel besiegt, mit tröstenden Worten aufpäppeln lassen. Ihm ist doch hoffentlich niemand böse, oder… ? Die entführten Blaubärkids dagegen sind gewohnt besserwisserisch-dreist und trumpfen sowohl mit psychologischen Fachtermini als auch einer großen Klappe auf. Und der liebe Hein Blöd? Der bekommt aufgrund seiner zäh-trägen Geistesfähigkeit den kleinsten verbalen Anteil ab.
Kein furioses Finale
Der Film zeigt abenteuerliche Begegnungen mit kuriosen und – selbstverständlich – höchst gefährlichen Wesen wie den Seeschatten, denen Blaubär und Hein entkommen müssen, um die drei Bärchen aus Feinfingers fetten kurzen Schwarten zu befreien. Auch wenn dabei die kleinen Abenteuer unterwegs den wesentlichen Teil der Story einnehmen, steuert die Storyline auf den Höhepunkt, der Auseinandersetzung zwischen den beiden Gegenspielern zu. Das Finale enttäuscht leider. Der schwächliche Feinfinger hat es einfach nicht drauf, dem Blaubär ein fulminantes Duell zu bieten. Als Normalo-Held, der lediglich ein gesundes Ego und eine ausgeprägte Ader zur blumigen Selbstdarstellung zu Schau stellt, und der nicht auf ungewöhnliche, fantastische Fähigkeiten zurückgreifen kann, ist der blaue Käpt’n immerhin imstande, einen derartigen Gegner locker aus der Hüfte heraus zu besiegen, was ihm bei einem kompetenteren Bösewicht wohl deutlich schwerer gefallen wäre.
















