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The Amazing Spider-Man
Zurück in der Highschool mit Peter Parker. Der Spaß mit Spider-Man geht von vorne los. Ein würdiges, aber nicht perfektes Reeboot.
Seit seine Eltern Peter Parker mit neun Jahren verließen und nie wieder zurückkehrten – lebt der junge Teenager bei seinem Onkel und seiner Tante. Sein Leben sieht nicht gerade rosig aus. In der Schule ein krasser Außenseiter, traut er sich kaum seine heimliche Liebe Gwen Stacy anzusprechen. Als er bei Renovierungsarbeiten eine alte Tasche seines Vaters findet, versucht er wie so oft etwas Neues über dessen mysteriöses Verschwinden herauszufinden. Bei seinen Nachforschungen stößt er auf den Namen Dr. Curt Connors, der mit seinem Vater zusammen gearbeitet hatte. Als er sich zu dessen Arbeitsplatz – das Oscorp-Labor – schleicht, geschieht etwas Seltsames: Eine Spinne beißt ihn. Am nächsten Tag steht sein Leben wortwörtlich auf dem Kopf.
Das Alte und das Neue
Dass es in Hollywood ganz und gar nicht so romantisch abläuft, wie man es sich von der fabelhaften Traumfabrik immer vorstellt, beweisen jüngste Berichte über die chaotischen Zustände bei Sony, die dokumentieren, wie erst 2009 Sam Raimis vierter Spider-Man mit Tobey Maguire und Kirsten Dunst auf Grund herber Schwierigkeiten gestrichen und sofort ein Reboot angesetzt wurde – mit Marc Webb als Regisseur. So schnell kann es gehen, wenn ein Regisseur mit dem Cast – unter anderem war John Malkovich als Vulture geplant – unzufrieden ist und die Arbeiten am Drehbuch den großen Hollywoodbossen nicht gefällt. Dann geht es ruck zuck: Die Produzenten lassen den Daumen fallen, um ihn dann gleich wieder zu heben. Nur eben für Mark Webb. Peter Parker muss also wieder in die High-School, muss wieder von vorne anfangen und diesmal – so versprechen es die Hintermänner jedenfalls – deutlich düsterer als im Original. Mit Andrew Garfield als neuem Spider-Man und Emma Stone als Gwen Stacy verfügt der Film auch über jenes Jungpotenzial, welches Raimis Original mit Tobey Maguire und Kirsten Dunst besaß. Und trotz aller berechtigter Skepsis, welche dem Projekt anheftet, entsteht ein Superhelden-Reboot, dessen größte Stärke seine Eigenständigkeit ist. „The Amazing Spider-Man“ lässt durch seine gezielte Neuinterpretation kaum Vergleiche zum Original zu. Zu verschieden sind die beiden Versionen, als das eine Grundlage für eine Gegenüberstellung möglich wäre. In der Tat: „The Amazing Spider-Man“ ist deutlich düsterer, erzählt die Geschichte um Peter Parker neu ohne seine Wurzeln zu verraten und schafft es – das erste Mal seit Avatar –seine 3D-Effekte gezielt und sinnvoll einzusetzen. Es geschehen also doch noch Wunder. Kleine Schwächen, die den Neustart des Films dann doch unter Sam Raimis Superhelden-Epos einreihen, fallen dann nicht mehr sehr ins Gewicht.
Die Neuen im neuen Film
Mit Andrew Garfield setzen die Produzenten um Regisseur Marc Webb eindeutig auf ein junges, modernes und unverbrauchtes Gesicht. Der englische Schauspieler, den man bisher durch seine Rolle in „The Social Network“ bestaunen konnte – gefällt als neuer Spider-Man, weil er zu dem avancierten Charme des Reboots passt, auch wenn er die eigentlichen Grundtugenden von Tobey Maguire, der wie kein anderer verträumte Bubihaftigkeit mit stählernen Superhelden verbinden konnte, nicht ausfüllen kann. Seine Figur ist rauer, in seiner Entwicklung weniger linear und dadurch genauso spannend, aber eben wie der gesamte Film: einfach anders. Wenn er seine neu gewonnenen Kräfte erst langsam für die Weltbevölkerung einsetzt und die bösen Buben gerne mit seinen Fähigkeiten ins Lächerliche zieht zeigt Webb erst einmal einen jungen Kerl, der in der Schule so viel gemobbt wurde, dass er endlich mal seine neuen Fähigkeiten genüsslich auskostet – auch um Rache zu nehmen. Besonders die Szenen, die die Entdeckung seiner Kräfte, die von einem auf den anderen Tag unkontrollierbar auf ihn einwirken, dokumentieren, gefallen als abwechslungsreiche Parts mit humorvollem Anstrich. Zwar kann man darüber streiten, ob Andrew Garfield rein äußerlich und ganz ohne Kumpel in die Rolle des Highschool-Außenseiters passt, seine Besetzung aber ist ebenso gelungen, wie der gesamte Film. Leider spinnt der Film besonders im zweiten Drittel angefangene Nebenhandlungen nicht weiter und lässt auch einiges Potenzial ungenutzt liegen. Zum Beispiel der Twist zwischen Polizeichef George Stacy und Peter Parker. Insgesamt aber gelingt Webbs Film, unteranderem auch weil statt der verträumtem Mary Jane diesmal die Figur der Gwen Stacy ihren ersten Auftritt erhält, die auch in der Comic-Vorlage vor Miss Watson an der Reihe war. Der jungen Emma Stone gelingt es ihre indirekte Konkurrentin Kirsten Dunst auszustechen, da sie ihre Figur deutlich stärker und selbstbewusster spielt, als die verträumte Kirsten Dunst.




























