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Auch ohne Pulitzer-Preis gut versorgt

Naomi Fearn verdient ihr Geld mit dem Zeichnen von Comics und Illustrationen. STUZ redet mit ihr über ihre Zuckerfisch-Reihe, zu bewältigende Klischees und den Gratis Comic Tag.

 

STUZ: Wenn ich an Comics denke, denke ich eher an pubertierende Jungs. Warum befasst sich eine erwachsene Frau damit?
Naomi Fearn: Interessante Frage. Heutzutage ist es ja nicht mehr auf pubertierende Jungs beschränkt, es sei denn, man zieht die Pubertät bis in die Mittvierziger. Wenn man mal auf einer Comic-Messe ist, können die Comicsammler schon die oberen Semester erklommen haben. Seit dem Anfang der Comics hat sich eben eine ganze Menge getan. Von den anfänglichen Superhelden-Comics bis zu den Underground-Comics der Siebziger hat sich die Szene ihre meisten Fans erhalten. Dazu gibt es viele verschiedene Segmente : Von Graphic Novels bis zu Zeitungscomics, die in Amerika sogar Pulitzer-Preise gewinnen, hat sich da inhaltlich viel entwickelt.

 

Und wo siehst du dich in diesem breit aufgestellten Feld?
Ich bin bei den Mainstream-Zeitungscomics angesiedelt. Zumindest mit dem Zuckerfisch. Ich werde dafür aber sicherlich keinen Pulitzer-Preis gewinnen (lacht). Allein, weil die Redaktion (der Stuttgarter Zeitung, Anm. d. Red.) mich gebeten hat, bitte keine politischen Sachen zu machen. Aber ein bisschen Gesellschaftliches und Zeitgeschehen ist schon drin.

 

In deinen Zuckerfisch-Comics durchlebst du als dein fiktives Alter Ego Alltagssituationen. Macht es in deiner Freizeit klick, wenn du merkst, dass du neues Material gefunden hast?
Ich mache das eigentlich nur so. Ich habe erstaunlich wenig Fantasie, was so was angeht. Daher ist mein Comic autobiographisch. Wenn mir mal eine Woche nichts einfällt, passiert es auch, dass ich Freunde anrufe und sie frage, was ihnen so passiert ist und ob ich das verwerten kann.

 

Wobei ein wenig Fantasie ja nötig ist, um durch die beiden Hasen im Comic die Situationen anders zu durchleben.
Weil alle meine Freunde im Comic vorkommen, bin ich die einzige Person, zu der ich wirklich böse sein kann. Die Hasen, besser gesagt, der Hase und Steffen das Kaninchen, die, nebenbei, verheiratet sind, sind die einzigen imaginären Figuren und können sich daher mehr rausnehmen und etwas wilder sein als der Rest.

Autor: 
Maximilian Kloes
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