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STUZ Clubnacht im Mai
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Auf dem Klo ist gut munkeln

Interview mit Zombie Nation bei der Winterworld 2012 in Wiesbaden

 

Zusammen mit Kerstin Eden machte ich noch Witze, ob wir das Interview auf der Toilette führen sollen, weil dort der Geräuschpegel einigermaßen erträglich war. Mit Florian Senfter alias Zombie Nation landete ich dann zwei Stunden später tatsächlich auf dem Klo. Ob Herren- oder Damentoilette, da bin ich mir nicht mehr so sicher.

 

STUZ: Bist du zum ersten Mal bei Winterworld oder schön öfter dabei gewesen?

 

Zombie Nation: Nee, ich bin zum ersten Mal bei Winterworld. Ich bin grade hochgegangen und hab aufgebaut, das sieht alles ganz gut aus. Es ist voll und die Leute sind gut drauf.

 

Du kommst ja aus München. Die großen Technohauptstädte in Deutschland sind allerdings Berlin und Frankfurt. Wie ist es denn in München um den Techno bestellt?

 

Also musikermäßig ist dort nicht so viel los, aber es sind viele Clubs da. Doch da fragst du eigentlich den Falschen (lacht). Ich bin so selten dort, weil ich ständig unterwegs bin. Aber ich kann nur Werbung für die Stadt machen, sie ist viel besser als ihr Ruf.

 

Wie kam denn der Name Zombie Nation zustande? Hast du eine besondere Affinität zum Horror?

 

Das ist schon so lange her, das weiß ich schon gar nicht mehr (lacht). Mir hat der Name einfach gut gefallen, der ist direkt im Kopf hängen geblieben. Da hab ich gedacht: super. Das hat speziell mit Horrorfilmen nichts zu tun, obwohl ich mir gerne Horrorfilme anschaue. Ich bin da aber kein Experte.

 

Was hörst du denn privat für Musik? Nur elektronische Musik oder auch andere Genres?

 

Nein, auch Soul, Hip Hop, 70er Jahre Funk und so Sachen höre ich ganz gerne. Fela Cuti, Afro-Funk-Style, alles Mögliche eigentlich. Ich hab schon genug Baller-Baller den ganzen Tag, im Studio und im Club (lacht).

 

Im elektronischen Bereich haben sich über die Jahre ja sehr viele Subgenres entwickelt. Hast du da noch einen Überblick? Und ist es wichtig, den zu haben?

 

Ich denke schon. Das ist wichtig, weil es ja eine lebendige Musik ist, die sich weiterentwickelt. Und das ist auch gut so. Vielleicht kannst du nicht immer den Überblick haben, aber du musst es zumindest versuchen und am Ball bleiben. Die Sachen von früher sind zwar auch gut, aber man muss offen sein für Neues. Es muss ja irgendwie weitergehen.

 

Du bist sowohl Live-Act als auch DJ. Vielleicht kannst du mal kurz erklären, wo da der Unterschied ist.

 

Grob gesagt: Wenn du DJ bist, spielst du die Musik von anderen Leuten, und wenn du live spielst, spielst du nur deine eigenen Sachen. Ich hab dafür verschiedene Geräte wie Sampler, Synthesizer und alles Mögliche dabei. Das muss ich dann immer alles aufbauen. Ich hab dadurch aber auch mehr Kontrolle über den Sound, das finde ich eben interessant dabei. Also ich spiele öfter live.

 

Du bist neben Live-Act und DJ auch noch Produzent. Was gibt dir mehr, das Produzieren oder die Auftritte?

 

Beides ergänzt sich. Aber ich freu mich natürlich immer, wenn ich Zeit hab und im Studio nerdmäßig rumbasteln kann. Meine Ruhe zu haben und rumzuexperimentieren, das mach ich sehr gerne.

 

Remixe machst du auch. Gibt es vielleicht irgendeinen Künstler, für den du gerne mal einen Remix machen würdest?

 

Ich mach Remixe nicht so gerne, denn ich brauche immer viel zu lange dafür. Dann nehme ich mir lieber die Zeit für meine eigenen Tracks. Aber wenn mich prinzipiell was interessiert, vor allem wenn es aus einem anderen Genre kommt und ich auch wirklich noch was hinzufügen kann, dann finde ich das schon interessant.

 

Die meisten denken bei Zombie Nation sofort an deinen wohl erfolgreichsten Track „Kernkraft 400“. Ist man nach all den Jahren immer noch stolz auf so ‘ne Nummer oder nervt‘s einen irgendwann?

 

Das kommt immer drauf an. Das mit dem Nerven ist lange vorbei. Die Leute, die sich für meine Musik interessieren, wissen auch, was ich so mache. Und das sind auch die, auf die ich Wert lege, für die ich eigentlich spiele. Vor einer Crowd zu spielen, die nur wegen „Kernkraft 400“ da ist, das macht nicht so Spaß.

 

Wo spielst du denn lieber, Club oder Event?

 

Das hat beides seine Reize, ich hab da immer so Phasen. Ich war jetzt eine Weile gerne im Club, mag es aber jetzt auch wieder gerne mal etwas größer. Das ist auch geil. Da spiel ich dann eben ein bisschen anders, ein bisschen intensiver. Es hat beides seine Berechtigung und ich mache beides gerne. Ich mag die Abwechslung.

 

Wann ist denn die perfekte Uhrzeit zum Auflegen?

 

Das kommt ganz aufs Land und auf die Party drauf an. Wenn die Party wie in England oder Schottland aufgrund der Sperrstundenregelung um 2 Uhr vorbei ist, da kannst du natürlich nicht um 4 Uhr spielen. Da ist die beste Zeit dann 0 Uhr.

 

Gibt es irgendwas, dass ein Veranstalter besorgen kann oder muss, um dich glücklich zu machen? Stichwort Sonderwünsche.

 

Nein, ich geb mich eigentlich mit recht wenig zufrieden (hält Dosenbier, Champus im Plastikbecher und eine Zigarette in den Händen). Ich bin es gewohnt, dass ich mich darauf einrichte, was so geht beim Veranstalter, aber es gibt natürlich auch gewisse Standards, die erfüllt werden müssen. Ich bin da recht pflegeleicht.

 

Abschlussfrage: Was ist das geilste an deinem Job? Beziehungsweise siehst du´s überhaupt als Job?

 

Also wenn ich als Musiker unter der Woche Musik produziere, kann ich das am Wochenende gleich spielen und bekomme sofort ein Feedback darauf. Das hat man sonst eher wenig im Job. Ich sehe es aber auch nicht als Job, zumindest nicht als Ganzes. Es gibt natürlich Aspekte die man als Job sehen kann, z. B. zum Flughafen fahren und warten. Das hat nichts Besonderes und nichts Aufregendes, das ist eben der Job-Aspekt dabei. Aber wenn ich dann auf der Bühne stehe, das ist für mich kein Job.

 

Autor: 
Christoph Bröder
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Interview mit Zombie Nation bei der Winterworld 2012 in Wiesbaden (Foto: Oliver Heinrich)

Kommentare

Definitiv einer der besten deutschen DJs, geile abgedrehte Sets! Danke für das Interview!

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