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STUZ Clubnacht im Mai
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Auf dem Treppchen ganz unten

Mit Gewinnern zu reden, ist langweilig und wahre Größe erwächst aus Niederlagen. Beim Mainzer Literaturförderpreis 2011 wollten wir deshalb an der Weisheit der Drittplatzierten teilhaben.

 

Das Drumherum:
Man sitzt im Kreis, im Rücken in die Jahre gekommene Buchenvertäfelungen. Am Anfang war der Name („Sehr geehrter Herr Generalhauptdezernatsdirektor!“), ein paar Ehemalige reihen sich götzengleich ein. Eine große Ehre ist es, ja, und ein besonderes Ereignis für die Stadt sowieso, die Nachwuchsförderung eine Herzensangelegenheit – Geschichte aus der Politik.
Drei Damen bedanken sich artig, heute hier sein zu dürfen. Man liest, unterbrochen nur vom Moderator und künstlerisch sicherlich wertvollen Violinweisen. Die Texte besprechen Katastrophenerlebnisse, Krieg und die Schwierigkeit, den Alltag mit Dynamik zu leben. Vier Stimmen am Ende, drei aus der Jury plus demokratisches Publikumsvotum, das letztlich den Ausschlag gibt.

Mit zwei Stimmen gewinnt Christina Stein, die Älteste der Runde. Von ihren 2.600 Euro Preisgeld bekommen Katharina Hamann und unsere Gesprächspartnerin Katharina Fries, die beide an der Mainzer Uni studieren, nichts ab.
 

STUZ: Wer hat die Entscheidung getroffen, dass Du schreiben solltest?
Katharina Fries: Die Entscheidung kann man auf keinen Fall treffen. Bei mir aus das auch schwer nachvollziehbar. Ich hab zwar angegeben, dass ich schreibe, seitdem ich zwölf bin, aber ich weiß nicht, ob das wirklich so war. Man schreibt zwar in der fünften Klasse die eigenen Probleme auf, aber dann lässt man es auch mal ein paar Jahre sein und hat keinen Bock drauf. Ich hab bestimmt fünf Jahre keinen Text geschrieben und dann wieder einen. Wenn ich den heute lese, ist der so grottenschlecht, dass ich mich schäme. Ich hab mich auch oft dazu gezwungen, weil ich mit dem freien Schreiben Geld verdienen möchte. Ob das jemals klappt, sei dahingestellt, das ist ja immer ein Wunschtraum von jedem, der meint, er könne schreiben.

 

Kannst du schreiben?
Ich kann schreiben, ja. Mittlerweile. Ich konnte ganz lange nicht schreiben und kann es auch heute noch manchmal nicht und muss ganz lange an den Entwürfen arbeiten, bis ich finde: Ok, das ist etwas, das man gerne liest. Man
müsste schon ein Genie sein, um sofort und immer wieder etwas Geniales hervorzubringen. Ich glaub nicht, dass das geht. Ich
schaff es jedenfalls nicht, von daher ist es irgendwie beides: Ich kann und ich kann es nicht.

Was macht Schreiben unmöglich?
Die Uni. Das steht an erster Stelle. Man hat keine Zeit, sie zwingt einen, auf eine gewisse Art zu schreiben. Auf einmal weiß ich gar nicht mehr, ob ich gerade eine Hausarbeit oder einen Text für mich schreibe. An zweiter Stelle bin ich selbst es, die mich am Schreiben hindert wegen des Anspruchs, dass alles perfekt sein muss. Ich hasse es, ewig an einem Text rumzuschreiben.
Deswegen sag ich mir oft: Nee, lass mal.

 

Verbissenheit?
Ja, gerade wenn ich was Altes lese und denke: Was hast du denn da geschrieben, sowas darfst du nicht nochmal schreiben.
Dann denke ich, dass wird ein Krampf, wenn ich was Neues anfange, und das will ich dann auch meistens nicht.

Autor: 
Marius Meiß
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