Anzeige

Über Trunkenbolde und einen Toten – 2weimal sterben ist einmal zuviel

Der „Commandante“, ein früherer Seefahrer, entschied sich vor einiger Zeit, seine Frau und seine Tochter zu verlassen, um ein lasterhaftes Leben voll von Alkohol und Huren zu führen. Zu Beginn des Films kommt eben dieses Leben an seinem Ende an.

 

Quincas (sprich: Kinkasch), wie der „Commandante“  von seinen Bettlerfreunden genannt wird, stirbt am Tag seines 72. Geburtstages, bevor er es auf die, von seinen Freunden und Bekannten für ihn organisierte Überraschungsparty schafft.

 

Vier seiner Saufkumpanen wollen nicht glauben, dass Quincas tot ist, da er schon zu Lebzeiten immer für ein Späßchen zu haben war und verrennen sich, mit vom Alkohol benebelten Sinnen, in den Gedanken, dass er noch lebt und seinen Tod nur vortäuscht. Allerdings schlussfolgern sie aus ihrer Ahnung, dass, wenn Quincas nicht tot ist, hat er immer noch Geburtstag, und der soll auch gebührend gefeiert werden. Also entwenden die vier die Leiche in einem unbeobachteten Moment von der Totenwache und nehmen Quincas mit auf eine Tour durch die Stadt, um seine alten Lieblingsplätze und Bars noch einmal zu besuchen und natürlich um gehörig einen draufzumachen. Unterwegs erzählen sie allen, dass Quincas nicht Tod sei, sondern seinen Geburtstag so gut begossen hätte, dass er sich nicht mehr allein bewegen noch reden könne. Allen Einwohner, denen die fünf begegnen, erscheint das absolut plausibel. Nur seine Tochter, die schon lange keinen Kontakt zu ihm hatte, versucht mit Hilfe ihrer Familie und der Polizei, diesem Treiben Einhalt zu gebieten und die Leiche ihres Vaters aus den Händen der Trunkenbolde zu befreien.

 

Der verstorbene Quincas gibt während des Films immer wieder Kommentare aus dem Off, die teils nur unterhalten, teils aber auch etwas zur Story des Films beitragen. Leider schafft es der Regisseur Sérgio Machado mit seinem Film weder Spannung zu erzeugen, noch kann er den Zuschauer atmosphärisch mitreißen. Die erzählte Geschichte plätschert vor sich hin, ohne Höhepunkte oder Interessantes zu bieten. Was bleibt, ist eine humoristisch erzählte Zechtour über eine Reihe von austauschbaren Stationen in einer Stadt in Brasilien, bei der man das eine oder andere Mal unwillkürlich in ein Schmunzeln verfällt.

 

Originaltitel: "Quincas Berro d'Água"

Regie: Sérgio Machado(Brasilien, 2010)
Spieldauer: 97 Min.
Sprache: Deutsch, Portugiesisch(dt. und engl. Untertitel)
FSK: 12
DVD-Start: 4. August 2011
 

Autor: 
Philip Koch
Ressort:
Film / DVD
Facebook:
Artikel bewerten:

Dies bewerten

Noch keine Bewertungen vorhanden

Flattr