Dagegensein mit Herz und Hirn
Adolar – Zu den Takten des Programms // unterm durchschnitt/Broken Silence // VÖ: 14.10.2011
Das Dagegensein ist eine beliebte Pose, die schon in zahllosen Punkrocksongs durchdekliniert wurde – aber nicht häufig geschieht dies so treffend und emotional wie in „Tanzenkotzen“, dem Opener des neuen Albums von Adolar. Auf „Zu den Takten des Programms“ gibt es clevere Texte zu hören, die mehr verbergen als preisgeben, und einem trotzdem das Gefühl geben, genau zu wissen, was gemeint ist. Adolar spielen emotionalen Punkrock und balancieren dabei gekonnt zwischen Eingängigkeit und Experimentierfreude.
Die vier Jungs aus der sachsen-anhaltinischen Provinz erspielen sich auf ihrem zweiten Album mehr Selbstständigkeit als bisher und beschreiben die Tristesse des jugendlichen Alltags nun auch ohne Tocotronic zu zitieren. Die Themen sind dabei zwar nicht neu, doch der Band gelingt es, ihnen eine eigene Note abzugewinnen, egal ob es um verflossene Liebe, zwischenmenschliche Oberflächlichkeiten oder diese ganzen anderen Dinge geht, die einem den Tag versauen können. Und als besonderes Schmankerl ist mit „Ungelenk und Einstudiert“ gerade der Song des Albums, der am ehesten in die Indie-Disco passen würde, mit Verwünschungen an die DJ-Zunft gespickt.














