Anzeige

Dem Kaiser auf der Spur – 1.200 Jahre Karl der Große und Ingelheim

Am 28. Januar jährte sich der Todestag Karls des Großen zum 1.200. Mal. Wie nur an wenigen anderen Orten in Deutschland und Europa kann man Karl dem Großen in Ingelheim anhand seines baulichen Erbes noch nachspüren.

 

Die hier um 800 errichtete Kaiserpfalz wird seit der ersten Karlsbiographie des Einhard zu seinen Lebensleistungen gezählt. Die eindrucksvollen Reste seiner Palastarchitektur prägen das Stadtbild bis auf den heutigen Tag. In den vergangenen Jahren erfuhr das Kaiserpfalzgebiet eine intensive archäologische Erforschung sowie eine umfassende denkmalgerechte  Sanierung und städtebauliche Aufwertung.

 

Im Karlsjahr 2014 werden drei Sonderausstellungen im Alten Rathaus Nieder-Ingelheim und im Museum bei der Kaiserpfalz das mittelalterliche Architekturerbe Karls des Großen, seinen Wandel von 800 bis in die Gegenwart, und den Kult um die Person Karls des Großen beleuchten. Im Außengelände der Kaiserpfalz führte eine „Karolinger-Route“ zu den historischen Originalschauplätzen der Karolingerzeit.  Ergänzt wird dieses umfassende Ausstellungserlebnis durch ein vielfältiges  Programm aus Führungen sowie kulturellen  und museumspädagogischen Veranstaltungen. Der kulinarische Beitrag zum Karlsjahr aus der Rotweinstadt Ingelheim ist der eigens kreierte  Wein „Carolus“ aus mittelalterlichen Weinlagen.

 

Ausstellung „Personenkult“
Die Ausstellung „Personenkult“ zeigt ab dem 3. April im Museum der Kaiserpfalz anhang zahlreicher Darstellungen und Objekten aus unterschiedlichen Epochen die Sicht der Nachwelt auf den Kaiser. Schon bald nach dem Tod Karls des Großen begannen sich um seine Person Legenden zu bilden. Zum Teil vollzog sich die Verehrung auf Volkstümlicher Ebene, aber vor allem die nachfolgenden Herrscher nutzten seine Popularität, um ihre Macht zu stärken. Im Vordergrund der Ausstellung stehen Exponate mit Bezug zu Ingelheim. Veranstalter ist das Museum bei der Kaiserpfalz.

 

Ausstellung „Prachtort“
Die Ausstellung „Prachtort“ im Museum bei der Kaiserpfalz stellt ab dem 9. September die Kaiserpfalz, wie sie zu Karls Zeiten aussah, in den Mittelpunkt. Im Zentrum der Ausstellung stehen Originalfunde der Karolingerzeit aus dem Saalgebiet. Es entsteht eine „Schatzkammer“, die die materiellen Überreste der Pfalz präsentiert und die prächtige Architektur eindrucksvoll vor Augen führt. Von zentraler Bedeutung sind hierbei Fundstücke aus dem Bereich der Bauskulptur. Darüber hinaus veranschaulichen einzelne Funde der Sachkultur die Präsenz der Menschen in der Pfalz, wie die einzigartige Goldmünze mit dem Bildnis Karls des Großen, die in Ingelheim entdeckt wurde. Veranstalter ist die Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim.

 

Ausstellung „Pfalzansichten“
Die Ausstellung „Pfalzansichten“ zeigt ab dem 9. September im Alten Rathaus Nieder-Ingelheim den Wandel der Kaiserpfalz von einem der kostbarsten Paläste der Karolingerzeit über seinen Verfall im späten Mittelalter bis zum lebendigen Denkmal und Stadtviertel der Gegenwart. Die Ansichten von mittelalterlichen Herrschern und Archäologen, Zeichnern und Fotografen, Denkmalschützern und Bewohnern laden zu einer Reise durch 1200 Jahre Kaiserpfalz-Geschichte ein. Veranstaltet ist die Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim.

 

Die „Karolinger-Route“
Die Karolinger Route führt die Besucher ab dem 28. März auf den Spuren Karls des Großen durch das Saalgebiet. Sie markiert die Baureste der Kaiserpfalz aus dem 8. Jahrhundert, zu denen die Aula egia, das Bassin der Fernwasserleitung, das Heidesheimer Tor und der Nordflügel gehören. An diesen vier Stationen helfen Informationsstelen, die Handschrift des Bauherrn Karl der Große mit seinem imperialen Herrschaftsanspruch an den Resten seiner Pfalz abzulesen. Veranstalter ist die Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim.

Die drei Ausstellungen und die „Karolinger-Route“ enden gemeinsam am 14. Dezember 2014.

 

Veranstaltungen
Neben den Ausstellungen laden zahlreiche Veranstaltungen im Karlsjahr dazu ein, in die Zeit Karls und die Ingelheimer Geschichte einzutauchen. Dazu gehören kulturelle Veranstaltungen rund um die Ausstellungen wie die Lesung mit der Autorin Martina Kempff, Angebote für Kinder wie das Familienmuseumsfest am  Internationalen Museumstag und das Vermittlungsprogramm aus Führungen und museumspädagogischen Veranstaltungen.  Einen vollständigen Überblick über das Veranstaltungsprogramm liefert die Internetseite www.karlsjahr2014-ingelheim.de.

 

Eine besondere Position im Karlsjahr-Kalender nimmt die „Illumina.Ingelheim – Das Lichtkunstspektakel in der Kaiserpfalz zum Karlsjahr 2014“ ein. Die Stadt Ingelheim veranstaltet in Kooperation mit dem Team von Forum  InterArt aus Dortmund vom 12. – 14. September ein großes Lichtkunstevent. Regisseur Wolfram Lenssen ist ein profilierter Licht- und Klanginszenator für historische Bauwerke. Er inszenierte unter anderem für die Fußball WM 2006, das Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010 und das Festungsleuchten 2013 auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz. Bei „Illumina.Ingelheim“ führt er die Besucher auf einem szenischen Parcours durch die Pfalz Karls des Großen. Künstlerische Licht- und Klanginszenierungen verwandeln das Kaiserpfalzgebiet in einen ungewohnten Ort, erwecken die historischen Mauern zum Leben und entführen die Besucher in eine andere, faszinierende Welt.

 

Ausstellungsorte:
Museum der Kaiserpfalz, Francois-Lachenal-Platz 5, 55218 Ingelheim am Rhein
Altes Rathaus Nieder-Ingelheim, Francois-Lachenal-Platz 1, 55218 Ingelheim am Rhein

Autor: 
Linda Reichmann
Facebook:
Artikel bewerten:

Dies bewerten

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4 (1 Bewertung)

Flattr