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Der rastlose Böhmermann

Mit seinem Programm „Schlimmer als Böhmermann“ beweist sich der Wahlkölner auch abseits der Kameras. Eine Mischung aus Schadenfreude und Antipathie zeichnen seinen Auftritt aus.

 

Die riesige Leinwand wird von einer Karikatur Böhmermanns geziert, bevor ein Einspieler mit William Cohn erklärt, was man heute Abend nicht machen sollte und wer denn alles schlimmer als Jan Böhmermann sei. Mit der Maxime „Tragödie + Zeit = Komödie“ definiert der ZDF-Neo Moderator den Humor des Abends, der eine Zusammenstellung seiner bisherigen Tätigkeiten ist. Er erzählt von seinen Erlebnissen auf der Tour, ließt Texte über Wahlpartys, bietet, zur Freude aller, eine Szene aus seinem Hörspiel Förderschulklassenfahrt dar und zeigt kurze Einspielfilme. Es ist kein steifes Programm, sondern vielmehr schwingt Böhmermann sich von Stützpunkt zu Stützpunkt, schweift zwischendrin gekonnt ab oder singt ein Gospelgebet für Markus Lanz. Seine stetige Antipathie gegen alles und jeden kommentiert er nur mit einem hämischen Grinsen. Schadenfreude scheint eines seiner Lieblingsgefühle zu sein und das merkt man auch in der Ankündigung zu dem Spiel „Prism is a dancer“. Schon im Einspieler wurde ein dezenter Hinweis auf die beliebte Rubrik aus seiner Sendung gegeben und nun darf sich jeder nochmal zurückerinnern, welche ungeschickten Spuren er im Internet hinterlassen hat. Den gewünschten Knalleffekt kann das Spiel leider nicht erzielen, wahrscheinlich weil Böhmermann doch weiß, welche Grenze man vor einem Publikum nicht überschreiten sollte und so zeigt er nur ein paar Statusmeldungen aus der Facebook-Veranstaltung.

Zum Schluss singt er eine hinreißende Hommage an die 90er zu den Tönen von „Lemon Tree“. Und was kann er eigentlich nicht? Wahrscheinlich schweigen. Gut für die ausverkaufte lachende Batschkapp.

 

 

 

 

Autor: 
Tobias Siebert
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