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Die Irren sind wieder zurück

Das große Fluxus-Wochenende in Wiesbaden ist vorüber. Aber was ist eigentlich Fluxus?

 

Diesen Sommer feiert das Wiesbadener Museum das 50-Jährige Jubiläum der Fluxus-Bewegung, eine der provokativsten und experimentellsten Kunstbewegungen des 20. Jahrhunderts. Bis Ende September noch finden Veranstaltungen statt, die über Fluxus aufklären und das Publikum provozieren sollen.

 

Um herauszufinden, was denn Fluxus endlich soll, besuchte unsere Autorin Anastasia Putsykina  den Vortrag „Meditation on Fluxus, Family and Something Else“ und den Dokumentarfilm „Schalten Sie Ihren Fernseher ab“.

 

Die ersten Fluxus-Performances fanden in Köln, Düsseldorf, Darmstadt statt und haben die Vorstellung von „der schönen Kunst“ wohl ein für alle Mal gesprengt. Im September 1962 kamen die sechs Künstler George Maciunas, Dick Higgins, Wolf Vostell, Ben Patterson und Emmett Williams nach Wiesbaden und gaben ein Konzert im Vortragssaal des Wiesbadener Museums. Sie präsentierten eine neue Weise, Klavier zu spielen. Dazu nahmen sie Steine, Sägen und andere Utensilien in die Hände und haben so lange gespielt, bis vom Klavier nichts mehr übrig war. Die nächste Aufführung war von Dick Higgins und Alison Knowles, die Higgins den Korf rasierte, an dem er später rohe Eier aufschlug.

 

"Die Kunst ist tot, es lebe die Kunst" sagte Ben Vautier, einer der Fluxus-Künstler. Bei der Fluxus-Bewegung ging es darum, die altmodische Vorstellung von der „schönen Kunst“ aufzulösen und die Welt einmal ganz neu und anders betrachten. So kam es dazu, dass John Cage Musik mit  Eiswürfeln im Mixer gemacht hat und Alice Knowles ihre alten Schuhe ausgestellt hatte. Dinge aus unserem Alltag haben die Fluxisten zu Kunst erklärt und zwar sollten diese Dinge so bleiben wie sie sind, unidealisiert und unverschönert. Aber auch für größere Taten haben die Fluxus-Künstler ein Konzept entworfen. Es heißt:

 

The Big Realisation

 

Turn off all water, gas, and electricity for one week.
I wish you a good time

 

(von Willem de Ridder)

 

Autor: 
Anastasia Putsykina
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Fluxus