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Die Unberechenbarkeiten des Lebens

Anna Depenbusch zu Besuch in Frankfurt. Die STUZ hat mit ihr gesprochen.

 

STUZ: Die meisten Künstler verkriechen sich in ihr Tonstudio, wenn es um Aufnahmen geht. Für deine erste Platte hast du dich mutterseelenallein für mehrere Monate nach Island aufgemacht, die zweite CD entstand über zwei lange Winter in einem Schloss, nur du und das Klavier. Liebst du das Außergewöhnliche, das Ungewöhnliche?

 

Anna Depenbusch: Ich brauche definitiv den Rückzug um Lieder zu schreiben. Ich liebe die Abwechslung und die Gegensätze. Wenn ich auf Tour bin, bin ich von vielen neuen Eindrücken umgeben und brauche dann die Ruhe und den Rückzug um neue Lieder entstehen zu lassen.

 

Worum genau dreht sich „Die Mathematik der Anna Depenbusch“, Dein neues Album?

 

Um die Unberechenbarkeiten des Lebens. Dinge, die sich nicht vorhersehen lassen. Es ist meine Perspektive auf die Gefühlswelt und das Zwischenmenschliche. Den unzähligen Facetten des Lebens und der Liebe.

 

Wie unterscheidet sich dein aktuelles Album von deinem ersten?

 

„Ins Gesicht“ war noch sehr ruhig und melancholisch. Die zweite Platte ist mutiger und extrovertierter. Ich wollte mehr ausprobieren und viele Facetten von mir zeigen. Insgesamt waren sechzig, siebzig Musiker beteiligt. Das Album ist bunt und abwechslungsreich geworden. So wie ich es mir vorgestellt habe.

 

Wie hat deine Plattenfirma reagiert, als du meintest du möchtest dein Album im Alleingang produzieren?

 

Ich hatte ein ganz spezifisches Bild im Kopf was die „Mathematik“ anging. Und die wollte ich auch verwirklichen. Sie meinten, ich solle mich austoben und waren dann genau wie ich vom Ergebnis begeistert.

 

Du textest alle deine Lieder selber. Siehst du dich auch als Poetin?

 

Ich sehe mich als Liedermacherin. Die Worte gehören für mich immer zu den Tönen.

 

Du bist Anfang Dreißig, hast zwar erst zwei Alben veröffentlicht, konntest aber direkt nach der Schule von der Musik leben. Was hattest du noch gemacht?

 

Die Musik war und ist immer Teil meines Lebens gewesen. Ich habe Jazzgesang studiert, viel mit Bands ausprobiert, Background gesungen, Musik für das Fernsehen geschrieben...

 

In deinem Lied „Wir sind Hollywood“, der ersten Single-Auskopplung des neuen Albums, beschreibst du eine Welt zwischen Schein und Sein. Fragst du dich auch beim Liederschreiben, „was gebe ich von mir preis und was ist mir zu privat?“

 

Mein eigenes Lebens ist viel zu langweilig, um nur darüber zu schreiben. (lacht) Inspirieren lasse ich mich von vielen Dingen, von dem Alltag, den Menschen, die mich umgeben. Einiges entsteht auch nur in meinem Kopf, in meiner Fantasiewelt. Vor allem aber möchte ich wahrhaftige Gefühle vermitteln.

 

Hier geht's weiter zum Konzertbericht aus der Alten Oper in Frankfurt.

 

 

Autor: 
Anne Bochow
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Anna in Grün
"Die Mathematik der Anna Depenbusch"
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