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Donner und Blitz

We Were Promised Jetpacks im Bett Frankfurt, 27.01.12

 

We Were Promised Jetpacks sind derzeit wohl die lauteste Indie Rock-Band Großbritanniens. Auf ihrem Debütalbum wurde diese Tatsache noch von den zahlreichen Indie-Disco-kompatiblen Hits überdeckt, doch live bauen die vier Schotten gerne eine eindrucksvolle Wall of Sound auf. Da merkt man dann, dass sie sich eher an Mogwai als an Morrissey orientieren. Dementsprechend rau geht es auf dem aktuellen Zweitwerk „In The Pit Of The Stomach“ zu, auf dem die eingängigen Melodien unter einem Berg aus Krach verborgen liegen.

 

Und so ist es auch an diesem Januarabend im Frankfurter Bett: Die Gitarren peitschen einem ins Gesicht wie der schottische Herbstregen, dazu dröhnt der Bass donnernd und das Schlagzeug feuert immer wieder Blitze dazwischen. Kurzum: Die Songs klingen wie ein reinigendes Gewitter. Doch es gibt auch immer wieder Verschnaufpausen, minutenlange atmosphärische Steigerungen, bis der Gitarrist und Sänger Adam Thompson schließlich weit vom Mikrofon entfernt einige Zeilen  in den Raum ruft. Es entfaltet sich das Bild einer schroffen Steilküste, vor der gewaltige Wellen zerschellen.

 

Auch wenn das Bett in Frankfurt gut gefüllt ist, so ganz will der Funke nicht aufs Publikum überspringen. Es applaudiert zwar brav bis ausgelassen, aber zumindest einige der Anwesenden haben an diesem Abend wohl mit einem leichter verdaulichen Programm gerechnet. Vielleicht liegt es allerdings auch an der introvertierten Art von Thompson, der so wunderbar schottisch aussieht wie sein Akzent klingt, aber zwischen den Liedern kaum ein Wort über die Lippen bekommt.

 

Den aufgedrehten Überhit „Quiet Little Voices“ mit seinem weltumarmenden Refrain spielen We Were Promised Jetpacks bereits als zweiten Song, und man hat ein bisschen das Gefühl, dass sie das eher pflichtbewusst als leidenschaftlich tun. Ansonsten wechseln sich Songs vom ersten und zweiten Album ab, Hauptsache sie sind laut genug.  Nicht umsonst heißt das letzte Stück „It’s Thunder And It’s Lightning“. Danach ist dann abrupt Schluss, eine Zugabe gibt es nicht, das war bei der Band schon immer so.  Wer auf Konzerte geht, um Wünsche erfüllt zu bekommen, muss sich eben eine andere Lieblingsband suchen.

 

Autor: 
Jonas Trautner
Ressort:
Musik / Live
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Galerie: 
We Were Promised Jetpacks im Bett Frankfurt (Foto: Jonas Trautner)
We Were Promised Jetpacks im Bett Frankfurt (Foto: Jonas Trautner)
We Were Promised Jetpacks im Bett Frankfurt (Foto: Jonas Trautner)