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Ein Kuchen für Elise

Beethovens Inspiration für sein größtes Stück und Mozarts Rückkehr nach Mainz
 

Im Fokus des neuen Programms der Villa Musica Mainz steht die Öffnung für ein junges Publikum. 148 Konzerte werden in der Saison 2013/14 unter dem Motto „Macht Musik“ aufgeführt. Darunter auch Stücke, die den jüngsten Hörern den Klassik-Star Beethoven mit einer Geschichte näherbringen sollen, die die Villa Musica eigens um sein wohl berühmtestes Stück „Für Elise“ gestrickt hat. Das habe Beethoven nämlich der kleinen Elise zum Trost dafür geschrieben, dass ihre Suppe so versalzen war. Einen Kuchen soll er der Dreizehnjährigen obendrauf gegeben haben.
Ein weiterer Stützpfeiler des neuen Programms wird die West-Europa-Tournee sein, die Mozart mit seiner Familie vor annähernd 250 Jahren unternahm und die den Meister für zwei Monate auch nach Mainz und in umliegende Städte führte. Im August 1763 bezog die Musikerfamilie Zimmer mit Blick auf den Dom. Für Leopold Mozart war Mainz in der Mitte eng gebaut, dafür sehe es auf der „sogenannten Bleiche“ besser aus, so schrieb er später über den Aufenthalt.
„Die Saison beginnt mit Mozart und sie endet mit Mozart“, so Kulturstaatssekretär Walter Schumacher. Ein ganz besonderes Flair bekommt dadurch das erste Konzert am vierzehnten September im Kurfürstlichen Schloss Mainz. Vor über zweihundert Jahren spielte dort der Meister höchstselbst,  und nun wird Mozarts fünftes Streichquintett in D-Dur den Forstersaal füllen.
Neu ist auch die Reihe „Musik in der Synagoge“, bei der jüdische Musik in den Synagogen Mainz und Worms erklingen wird. Das Aufführen der Musik bedeutet gleichzeitig eine Würdigung all der jüdischen Komponisten, die im „Dritten Reich“ eingesperrt und getötet worden sind. Diese Konzerte sind ein wesentlicher Beitrag zum Saisonmotto „Macht Musik.
„Zusammen mit meinen Kollegen beleuchte ich das Spannungsverhältnis zwischen den Mächtigen und der Musik“, sagte der Künstlerische Leiter und Cellist Prof. Alexander Hülshoff. Er erläuterte auch die verschiedenen Deutungen des Begriffspaares Macht/Musik; einerseits sei es ein Aufruf an alle, entweder zum Instrument oder zum Mikrophon zu greifen, andererseits zeige es auch das Machtpotenzial der Musik. Mit Hinweis auf die positive Effekte, die das Hören klassischer Musik auf Kinder, insbesondere ihr mathematisches Verständnis hat, forderte Hülshoff „mehr Musik- statt Matheunterricht an den Schulen“.
Jeder Konzertbesuch kostet die Unter-18-Jährigen sechs Euro.
Weitere Infos unter: www.villamusica.de

Autor: 
Jan Casper
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