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Eine Herausforderung für die Nackenmuskulatur

Mastodon in der Batschkapp Frankfurt, 29.01.12

 

Noch vor wenigen Jahren sind Mastodon als Vorband von in die Jahre gekommenen Metal-Legenden von Iron Maiden über Metallica bis Tool durch die Welt gezogen. Inzwischen haben sie sich selbst zu einer fest etablierten Szenegröße entwickelt. Die beinahe ausverkaufte Frankfurter Batschkapp, in der sich die Leute erwartungsvoll dicht an dicht nebeneinanderdrängeln, belegt das. Und nicht nur dem optischen Klischee des Metalheads entsprechende Menschen haben sich an diesem Abend dort eingefunden, auch zahlreiche eher genrefremd aussehende Musiknerds und Normalos können sich auf Mastodon einigen.

 

Das liegt womöglich daran, dass die Band zwar zumindest auf ihren frühen Alben einen druckvollen Metal-Sound pflegt, daneben aber nicht so recht den althergebrachten und damit oftmals langweiligen Klischees des Genres entspricht. Dazu gehört neben scheuklappenfreien Ausflügen in Richtung Progrock, Psychedelic und Stoner Rock auch ihr gerne mal kruder Humor, der sich etwa an der neben dem Schlagzeug hängenden erleuchteten Clownsmaske manifestiert.

 

Auf der Bühne sind Mastodon aber vor allem heavy, haarig und laut. Bunte Lichter strahlen durch den Saal der Batschkapp und sorgen zusammen mit dem überdimensionalen Mastodon-Banner im Bühnenhintergrund für eine angemessen rockshowhafte Atmosphäre. Die zwei Gitarristen liefern sich Wettläufe auf ihren Griffbrettern, der Bass dröhnt tief und der hyperaktive Schlagzeuger lässt allen beeindruckenden Trommelwirbeln zum Trotz niemals den Groove aus den Augen. Darüber legen sie ihren mehrstimmigen Gesang, der für eine melodische bis psychedelische Note sorgt.

 

Fast das gesamte aktuelle Album „The Hunter“ spielt die Band, außerdem noch zahlreiche ältere Songs. Mastodon sind ehrliche und hart schuftende Arbeitstiere, mangelnden Einsatz kann man ihnen bei ihrer gut 90-minütigen Show mit über 20 Songs wahrlich nicht vorwerfen. Dadurch wird so ein Mastodon-Konzert für den Zuschauer zu einer ziemlichen Herausforderung für die Nackenmuskulatur. Und nachdem die Hörnerven bereits angenehm weich massiert wurden, dürfen beim abschließenden Song „Creature Lives“ dann auch nochmal die Leute von der Vorband Red Fang mit auf die Bühne, um den bierseligen Männerchor-Charakter des Stücks noch zu verstärken.

 

Autor: 
Jonas Trautner
Ressort:
Musik / Live
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