Es fehlte das gewisse Etwas
Hundreds in der Brotfabrik Frankfurt, 14.11.2011
Der Grund für die Tournee einer Band ist meist das Erscheinen eines neuen Albums. Anfang Dezember erscheint mit „Variations“ das zweite Album der Hamburger Band Hundreds, und obwohl es „nur“ Remixe schon bestehender Stücke beinhaltet, wurde es unter anderem in der gut gefüllten Frankfurter Brotfabrik vorgestellt. Kein Wunder also, dass sich an diesem Abend nicht jeder Song so anhörte, wie man ihn kannte. So etwas ist natürlich nicht grundsätzlich schlimm, manches Stück erreicht erst nach langer Zeit seine endgültige Form, und manche Neubearbeitung ist schlichtweg besser als das Original.
Für die neuen Versionen der Hundreds-Songs gilt das jedoch anscheinend nicht, zumindest galt es nicht an diesem Abend. Die wenigsten live dargebotenen Remixe funktionierten und bereicherten das Original. Das mag daran gelegen haben, dass man mit den Neubearbeitungen noch nicht warm geworden ist, dass es sich also um sogenannte Grower handelt. Wahrscheinlicher ist aber, dass sie einfach nicht ganz an die Ursprungsversionen heranreichen. Dafür spricht unter anderem, dass die Songs, die im alten Gewand gespielt wurden, zu den besseren des Abends gehörten.
Ein weiteres, womöglich noch größeres Problem war an diesem Abend aber das Band-Setup an sich: Hatten Hundreds in der Vergangenheit meist gleich zwei Livedrummer dabei, stand nun nur das Geschwisterduo Eva und Philipp Millner auf der Bühne. Die Beats kamen, genau wie die meisten Backingvocals, aus dem Computer. Auch dies nahm dem Konzerterlebnis einiges von der Direktheit, das ganze Geschehen wirkte seltsam steril – der Funke wollte einfach nicht von der Bühne ins Publikum überspringen. Da halfen dann auch die sehr geschmackvollen und passenden Visuals nicht mehr viel.
Wirklich schlecht waren die Neubearbeitungen natürlich nicht, hielten sie sich doch oft relativ nah an den Usprungsversionen ziemlich großartiger Songs. Leider fehlte ihnen, wie dem gesamten Auftritt der Band aber das gewisse Etwas: Die Livedrummer, die Energie, was auch immer. Auf jeden Fall etwas, das bei früheren Konzerten der Band einmal dagewesen war.
















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