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Fast für die Ewigkeit

Solange lauert die Gefahr, die von radioaktivem Abfall ausgeht. Ein Problem was uns in der Gegenwart nichts angeht? Diesen Eindruck könnte man durchaus gewinnen.

 

Schätzungsweise 250.000 Tonnen Atommüll gibt es weltweit. 100.000 Jahre lang ist dieser Müll giftig und gefährlich. Zum Vergleich: Die Menschheit gibt es seit etwa 50.000 Jahren, die Pyramiden seit 5.000 Jahren. Das hält zum Nachdenken an, warum der Wechsel zu alternativen Energien so schleppend vorangeht, wo doch diese Zahlen so erschreckend und alarmierend sind.

 

Was macht man mit diesen Mengen an radioaktivem Abfall? Mit einer Rakete zur Sonne schießen? Oder auf dem Meeresgrund versenken? Möglichkeiten über die einige Experten schon nachgedacht haben, die sich jedoch als wenig sinnvoll erweisen. Stattdessen legt man unterirdische Lager an wie das finnische „Onkalo“, ein in bis zu 500 Meter tief liegendes Tunnel- und Höhlensystem, wo der Müll anscheinend sicher eingelagert werden kann. Das hofft man zumindest. „Onkalo“ wird das weltweit erste Endlager für Atommüll. Es muss 100.000 Jahre überstehen. Nichts was von Menschen je gebaut wurde, hat auch nur ein Zehntel dieser Zeit überdauert. Eine echte Herausforderung.

 

Die Dokumentation klärt auf, welche Gefahren Radioaktivität für den Menschen und die Umwelt birgt. Zudem steht die Frage im Raum, wie man unsere Nachfahren in der Zukunft vor diesen Gefahren warnen kann, die von Lagern wie „Onkalo“ ausgehen. Soll man den Ort des Lagers markieren, oder doch in Vergessenheit geraten lassen und darauf hoffen dass es niemals entdeckt wird? Beide Varianten haben Vor- und Nachteile die erläutert werden. Verschiede Experten kommen zu Wort und machen „Into Eternity“ zu einer durchaus interessanten und informativen Dokumentation. Die filmische Umsetzung kann man allerdings bemängeln. Diese hätte man sicherlich besser und spannender gestalten können, auch wenn eine Dokumentation vielleicht nicht unbedingt den Anspruch auf Spannung und Unterhaltung erhebt. So muss man sich jedoch eher durchringen den Film bis zum Schluss zu schauen.

 

Schade, denn aktuell ist der Film allemal. Nach den jüngsten Ereignissen im Kernkraftwerk von Fukushima ist das Interesse für Atomkraft in der breiten Öffentlichkeit deutlich gestiegen. Die Stimmen nach alternativen Energien werden immer lauter, mit Recht, wie „Into Eternity“ deutlich beweist.

 

Into Eternity
Regie: Michael madsen (DK, 2010
Sprache: Deutsch, Englisch (deutsche Untertitel)
Spieldauer: 75 min.
FSK: 6
Verleih: Piero Le Fou / Alive
DVD-Start: 26. August 2011
Weitere Infos unter www.alamodefilm.de

 

Die STUZ verlost 2 DVDs von "Into Eternity". Einfach eine Mail mit Namen, Adresse und (wichtig) dem Kennwort "Endlager" an losbude@stuz.de senden und über Atommüll informiert werden.

 

 

Autor: 
Cristoph Bröder
Ressort:
Film / DVD
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Into Eternity
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