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Folklore geteilt durch zwei

Neues Konzept und erste Bandbestätigungen für das Folklore NullFünfzehn vorgestellt

 

Folklore, das heißt für viele Wiesbadener und Mainzer: Freunde treffen,  Kaltgetränke genießen und  ein ausgewogenes Kulturprogramm konsumieren. An diesem Dreiklang orientiert sich die neue Struktur vom Folklore Nullfünfzehn. Vom 28. bis 30. August geht das Kulturfest in und um den Schlachthof in die 39. Runde. Die große Erneuerung ist die Teilung des Geländes in zwei Areale: Das Festival und das Fest.  Grund für die Renovierung waren Probleme, die sich in den letzten Jahren ergaben; so wurden Infrastruktur und die finanziellen Rahmenbedienungen zur Herausforderung, erklärt Gerhard Schulz vom Schlachthof Wiesbaden. Zugespitzt hat sich die Lage 2013, als Beschwerden über die Lautstärke die Organisation einschränkten. Die finanzielle Schieflage ist vor allem auf niedrige Eintrittspreise zurückzuführen, die über Jahre konstant blieben. Den Veranstaltern war bewusst, dass eine strukturelle Neuorientierung unvermeidlich ist. 2014 fand das Festival dann ohne Eintritt statt, die Organisatoren wollten damit den Wandel einläuten und sich Zeit schaffen, ein ausgefeiltes Konzept für die kommenden Jahre zu präsentieren. 

 

Fest(ival)

„Es gibt zwei Ansprüche an das Folklore: ein vielfältiges, qualitativ hochwertiges Bandprogramm und über das Gelände flanieren zu können“, meint Carsten Schack, zuständig für das Booking beim Schlachthof. Diesen beiden Ansprüchen wollen sie mit dem neuen Konzept gerecht werden. Auf dem Festivalgelände wird auf zwei Open-Air-Bühnen mit rund 20 Bands ein durchmischtes musikalisches Programm geboten. Die ersten Künstler wurden bereits bestätigt. Prinz Pi, Siriusmodeselektor Live und Neonschwarz. Erster, auch bekannt unter dem Namen Prinz Porno,  feierte mit seinem vorletzten Album Kompass ohne Norden den nationalen Durchbruch. Das neuste Werk PP=MC2 knüpfte Anfang Januar an diesen Erfolg an. Deutscher Rap mit melancholischen Zügen von einem der in die Welt auszog und nicht erwachsen werden wollte. Schack freut es besonders, dass sich der deutsche Hip-Hop wieder auf seine gesellschaftskritischen Wurzeln besinnt und politisch motiviert ist ohne dabei belehrend zu sein. Diesem Trend will das Folklore folgen. Repräsentativ dafür steht die Bestätigung von Neonschwarz , einer Hip-Hop-Gemeinschaft vom Hamburger Independentlabel Audiolith. Mit Siriusmodeselektor Live wird eine der talentiertesten elektronischen Bands Deutschland auftreten. Weitere Bands werden Anfang März bekannt geben. 

Neben dem Festival wird es einen Festbereich geben, der sich um und in der Halle und das neue Kesselhaus erstrecken wird. Im Vordergrund wird hier das Straßentheater stehen, dass von Künstlern aus Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz, aber auch lokalen Akteuren geprägt wird. Insgesamt 32 Künstler werden das Fest gestalten, erste Bestätigungen sind unter anderem: Mademoiselle Orchestra, Danceparader Superstar und Compagnie Albedo. In der Halle wird es neben einem Poetry-Slam auch wieder die Möglichkeit geben, ausgelassen zu tanzen. Diskussionsrunden zum städtischen Leben sind ebenfalls in Planung. Politische Stände werden wie gewohnt Teil auf dem Festgelände sein. Das neue Kesselhaus soll lokalen Künstlern und Musikern eine Plattform geben sich auszuprobieren und die Nischen zu bedienen, die seit jeher Platz auf dem Folklore finden.

 

Gestiegene Ticketpreise

Mit dem Festbereich wollen die Organisatoren vermeiden, dass Besucher, die seit eh und je auf das Folklore gehen, sich von den gestiegenen Eintrittspreisen abschrecken lassen. Ein Ticket für das gesamte Wochenende, also Festival und Fest, kostet 46,50 Euro. 2013 kostete ein Ticket für alle drei Tage 20 Euro. Mit der Erhöhung hat sich das Folklore an die branchenübliche Tendenz angepasst.  Wer sich nur auf dem Fest bewegen möchte, dem wird die Möglichkeit gegeben eine Tageskarte in Höhe von 8 Euro zu kaufen. Ob sich die Zweiteilung des Festivals rentiert  und von den Besuchern angenommen wird, bleibt abzuwarten. „Das Folklore war seit jeher ein Festival mit Ecken und Kanten“, heißt es von Seiten des Schlachthofes.  Gerechnet wird mit 20.000 bis 25.000 Besuchern verteilt über das gesamte Wochenende. Sollten sich diese Besucherzahlen bestätigen, stehen die Chancen hoch, dass die Kosten gedeckt werden. Mit rund 600.000 Euro Ausgaben planen die Veranstalter, wobei das Folklore mit 122.000 Euro von der Stadt Wiesbaden bezuschusst wird. Das heißt um eine schwarze Null zu schreiben müssen Einnahmen in Höhe von 478.000 erzielt werden. 

 

„Uns war es immer ein großes Anliegen, dass das Folklore generationsübergreifend stattfindet. Wir wollen mit dem Programm alle Altersgruppen ansprechen“, erklärt Dietmar Krah, einer der Organisatoren. Es soll sogar Eltern geben, die ihre Kinder auf dem Folklore gezeugt haben und heute mit ihnen zusammen am Bierstand stehen. In genau dieser Tradition soll das Fest(ival) weitergeführt werden. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Autor: 
Tobias Siebert
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Neonschwarz
Siriusmodeselektor Live