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Gemüse an den Plattentellern

Interview mit DJ Karotte auf dem Green & Blue Open Air in Obertshausen, 04.09.2011

 

Die Karotte ist eine orangefarbene Gemüsepflanze aus der Familie der Doldenblütler. Naja, nicht unbedingt. Denn man muss kein Gemüse essen, um Karotte zu genießen. Peter Cornely, den meisten besser bekannt als DJ Karotte, ist seit Ende der 80er immer vorne mit dabei, wenn es um elektronische Musik geht. Zwischen Auftritten in London, Holland und Ibiza hat er den Weg zum diesjährigen Green & Blue gefunden und heizte den Besuchern dort mächtig ein.

 

STUZ: Welche Rolle spielt für dich die Location, wenn du auflegst?

 

DJ Karotte: Die Location ist immer ganz wichtig! Ich werde für viele Sachen angefragt, wo ich die Location total scheiße finde, und sage dann auch nicht zu. Es muss schon ein gewisses Flair haben – so ein Open Air wie hier ist natürlich immer toll.

 

Gibt es auch Orte, an denen du besonders gerne auflegst? Wo du immer wieder gerne hingehst, oder gerne mal hin würdest?

 

Ich hab eigentlich nie irgendeinen Club wo ich unbedingt hin will, sondern es kommt meistens irgendwann von selbst. Sachen, die ich total gerne mache sind aber Events in Holland. Ich liebe Holland, in Holland ist es immer toll. Aber ich freu mich auch immer, wenn es ein neues, gutes Event gibt.

 

Was war dein Highlight bisher in diesem Jahr?

 

Das war letzte Woche (lacht). Da war wieder meine Karotte’s Kitchen-Party in Holland. Dort habe ich meine eigene Partyreihe, die gibt es so sechs- bis siebenmal im Jahr. Im Sommer ist die immer am Strand in Bloemendaal, eine superschöne Location. Es hat geregnet ohne Ende und es kamen wirklich nur meine größten Fans, weil denen das Wetter egal ist. Das war dann eine kleine und intime Show für 400 Leute, der absolute Wahnsinn! Ich war fast froh, dass das Wetter so schlecht war.

 

Wie wichtig ist denn das Green & Blue in deinem Terminkalender?

 

Ich leg ja erst zum zweiten Mal bei Green & Blue auf. Bei den ersten drei Malen war ich aber auch schon als Gast hier. Dieses Jahr bin ich nur zufällig dabei, weil sich der Termin geändert hat. Dadurch mussten DJs gewechselt werden und ich wurde dann gefragt. Darüber hab ich mich natürlich sehr gefreut, weil ich gerne für meine Freunde von Cocoon (Plattenlabel sowie Club in Frankfurt, Anm. d. Verf.) spiele.

 

Du hast gerade gesagt, dass du bei den ersten Green & Blue als Gast dabei warst. Da gibt’s doch bestimmt einige nette Anekdoten zu erzählen!

 

Das kannst du nicht schreiben. Das geht nicht (lacht).

 

Du bist seit Anfang an in der Technoszene dabei. Viele sagen ja, dass früher alles besser war. Wie siehst du das?

 

Techno gibt’s seit mittlerweile 20 Jahren und es wäre schlimm, wenn es da einen Stillstand gegeben hätte. Wir würden wahrscheinlich alle nicht mehr auflegen, wenn es noch so wäre wie Anfang der 90er. „Früher war alles besser“ ist totaler Quatsch. Diesen Spruch hasse ich. Früher gab es Partys, die konnte es nur zu der Zeit geben, die würden heute überhaupt nicht funktionieren. Umgekehrt gilt das genauso. Elektronische Musik ist eine moderne Musik, die sich ständig verändert. Natürlich verändern sich damit auch die Partys. Ich will die Partys von damals nicht missen, aber die wollte ich heute nicht mehr haben (lacht). Das war schon ‘ne gute Zeit, aber es war nicht besser, sondern einfach anders.

 

Was kann man denn in nächster Zeit neues von dir erwarten?

 

In den nächsten zwei Monaten kommen zwei Remixe von mir. Die sollten eigentlich schon längst fertig sein, aber ich war den ganzen Sommer unterwegs. Mir fehlte eben die Zeit, mit Gregor (Tresher, Produzent und DJ, Anm. d. Verf.) ins Studio zu gehen.

 

Wie hältst du es denn mit einem Artist-Album? Kann man sowas auch mal von dir erwarten?

 

Nee, ich hasse es, zu produzieren. Von mir kommt, wenn es hoch kommt, einmal im Jahr ‘ne Platte raus. Ins Studio zu gehen macht mir einfach keinen Spaß. Gregor muss mich da immer reinzerren, weil ich nie Bock hab.

 

Abschlussfrage: Warum überhaupt Karotte?

 

Ich bin so getauft.

 

Autor: 
Christoph Bröder
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