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The German Wunderkind

Interview mit Fuck Art, Let´s Dance

 

Fuck Art Let's Dance sind gerade der heiße neue Scheiß in der Indie-Szene. Ihr Debütalbum „Atlas“ ist nun veröffentlicht und die Hamburger sind gerade auf ausgiebig auf Tour. Vor dem Release-Konzert im Mainzer Schon Schön nahmen sich Nico (Gesang, Gitarre), Romeo (Gitarre), Tim (Schlagzeug) und Damian (Bass) die Zeit, mit uns über ihre Platte, kommende Gigs und warum sie vor allem im Ausland so gehypt sind zu quatschen.

 

STUZ: Moin Jungs, euer neues Album "Atlas" ist draußen und ihr habt zum Release, aller Verlautbarung nach, das Molotow in Hamburg richtig gerockt. Wie geht's euch?

Romeo: Ein bisschen fertig, aber jetzt haben wir richtig Bock auf die Tour mit unserem ersten Album. Dann geht's hauptsächlich an den Wochenenden quer durch Deutschland und später auch nach UK. Im Sommer haben wir ne Menge Festivals vor der Brust.

Tim: Aber zum Glück ist bislang die riesengroße Promowelle noch ausgeblieben und wir müssen noch nicht von Termin zu Termin hetzen, sondern können mit dem Album unser eigenes Ding durchziehen.

 

In Mainz seid ihr ja nicht zum ersten Mal, schon vor einem Jahr habt ihr im Schon Schön gespielt. Seitdem hat sich einiges verändert: Damals noch mit einem "Mini-Album" aus euren EPs und ohne Label seid ihr zu dritt auf eigene Faust quer durch die Republik getourt. Das klingt nach einem großen Einschnitt.

Nico: Ach, wir kennen uns zu viert auch schon eine halbe Ewigkeit. Ich hab mit Damian schon mal vor Jahren in einer Band gespielt, dann waren wir halt auch mal zu viert im Studio.

Damian: Und zu den Aufnahmen von den neuen Songs bot sich ein Bass sowieso an. War schon erstaunlich, dass wir zu viert so schnell so gut eingespielt waren. Letztes Jahr stand ich noch im Publikum, half aufbauen und hab meine Jungs gefeiert. Dann stand ich plötzlich mit zittrigen Knien selbst auf der Bühne und jetzt funktionieren wir zu viert echt super.

 

Würdet ihr das Album deswegen als Zäsur bezeichnen?

Romeo: Musikalisch nicht, vielleicht weil wir uns jetzt zu viert den Platz auf den kleinen Bühnen teilen müssen. Wir machen immer noch unseren Sound und Vergleiche mit anderen Bands verstehe ich eigentlich nicht.

Nico: Von manchen haben wir noch nie was gehört und dann heißt es aus der deutschen Presse, wir würden von denen abkupfern. Aber bislang gaben die deutschen Journalisten sowieso nicht viel auf unser Zeug.

 

Stimmt, die begeistertsten Rezensionen kamen aus Großbritannien.

Tim: Vielleicht haben die Jungs da einfach mehr Zeit, sich mit uns auseinanderzusetzen, während die Deutschen die Musik nur so durchskippen. Wir sind auch echt gerne dort. Der Hammer waren die Gigs in New York und Texas.

Romeo: Ja, ein echter Traum von mir. Danach gibt's nur noch Tokio.

Nico: Geil war auch, dass mich in New York der eine Gitarrist von Ratatat, bei denen wir Wochen zuvor in Hamburg Vorband waren, zufällig angeschrieben hat. Die beiden haben vor der Show zwei Flaschen Korn und einiges an Bier weggemacht und rocken dann wie junge Götter. Richtiges Rocker-Klischee, sau lässig. Kaum landen wir also in NY, lese ich „Hey what's up? You're in town tonight?" auf meinem Handy.

Damian: Ich sag, der hat sich vertan. Geantwortet hat er jedenfalls nicht mehr.

Romeo: Der Korn hat mich an der Stelle mehr verstört.

 

Die einen trinken vor der Show, dass es kein Halten mehr gibt - Ihr dagegen bleibt alkoholfrei. Wie erklärt ihr die internationale Begeisterung ganz nüchtern?

Nico: Unser Name hat ganz sicher geholfen. In London und New York waren die Leute überrascht, dass wir aus Deutschland sind. Sie gingen Abends los und sahen, dass da „Fuck Art..." steht und schon standen sie vor der Bühne und sind mit uns abgegangen.

 

Von vielen Seiten bekommt ihr jetzt Lob, manche Rezensionen nennen das dann „German Wunderkind“.

Tim: Wir sehen das ganz locker. Man bekommt ja selbst das erste Mal mit wie das teilweise so läuft. Da sieht eine Redaktion oder ein Musikblog dein Video oder die Songs irgendwo auf YouTube oder Spotify und Zack bist du "Artist of the week" oder so was und bekommst derbe Promo. Manchmal ist es einfacher als anfangs gedacht.

Romeo: Genau. Und nochmal zurück auf die Zäsur mit dem Album: Wir haben mit unserem Sound schon eine echte Evolution hinter uns. Wenn wir uns mal anschauen, mit was wir vor zwei Jahren gestartet sind, waren das für uns schon Welten. Und die Jungs und Mädels bei Audiolith, unserem Label, reden uns zum Glück auch nicht rein, sondern lassen uns genau das machen, was wir brauchen. Das ist schon eine große Hilfe.

 

Autor: 
Micha Wiebe
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