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Give me Moor!

Er zog aus um mit seiner Frau Sonja einen Biobauernhof zu führen... und dann, um der Welt lustige Anekdoten darüber zu erzählen. Max Moor war mit seinem Buch „Lieber einmal mehr als mehrmals weniger. Frisches aus der arschlochfreien Zone“ im Frankfurter Hof zu Gast.

 

Amerika – wer einen Traum verwirklichen möchte, den zieht es genau da hin. Dort kannst du alles, dort schaffst du alles und jeder gönnt dir deinen Erfolg. Und wenn du viel zu erzählen hast, dann schreibst du ein Buch über den langen, harten Weg – über das Streben nach Glück.

 

Wer jetzt glaubt, man müsse dafür erst einmal über den Atlantik reisen, der wird von Max Moor eines Besseren belehrt: Sein Amerika liegt in Brandenburg. Ja, genau das Brandenburg, dessen Tristesse Kabarettist Rainald Grebe zu einem Lied animierte. Für den eingefleischten Stadtmenschen ist es ein unvorstellbarer Schritt, den Herr und Frau Moor vor über einem Jahrzehnt gegangen sind. Ihnen war die Schweiz wohl zu hügelig und vor allem zu „saaauuuuber“, wie der ARD-Moderator bei seiner Lesung betont. Sie wollten lieber dahin, wo niemand merkt, wenn ein Hund begraben liegt und ihren Traum vom Bauernhof verwirklichen. Von den Höhen und Tiefen der Neubauern erzählte Moor schon in seinem ersten Buch, aber das Landleben schreibt auch nach den ersten paar Jahren noch lustige und zum Teil auch etwas melancholische Geschichten.

Unter anderem die des innig geliebten Hürlimann-Traktors. Dieser ist kaputt gegangen und die namensgebende Hersteller-Firma schon längst pleite. Ein passendes Ersatzteil bleibt also eine Utopie. Während der Schweizer Hürlimann-Experte Jakob den Traktor in seine Einzelteile zerlegt, kommentieren die seit Jahren ansässigen Amerikaner das Geschehen skeptisch und besserwisserisch zugleich. Doch am Ende ist auf Verlass – man glaubt es kaum.

 

Zugegeben, wem das Landleben nicht sonderlich zusagt, der wird wohl auch beim Lesen des Buches seine Probleme haben. Aber nicht so, wenn Max Moor selbst aus seinem Buch liest. Der ausgebildete Schauspieler findet sichtlich Spaß daran, jedem seiner Protagonisten eine markante Stimme zu verleihen und die kleinen Anekdoten mit vollstem Körpereinsatz lebendig werden zu lassen. So schafft er es das Publikum in seinen Bann zu ziehen und die Frage zu hinterlassen „Wann kommt schreibt er ein neues Buch und kommt damit nach Mainz. Ich würde dahingehen: Lieber einmal mehr, als einmal weniger.“

 

 

 

 

Autor: 
Lisa-Mareike Junge
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