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Gonzaga

Du wolltest schon immer mal ein mitteleuropäischer Adliger des 12.-14. Jahrhunderts sein, Deutschland, Italien und Frankreich erobern, deine Mitspieler heiraten und sie hinterher höhnisch verlachen, weil sie mit dir die Punkte für ihren Hafen teilen müssen? Dann wäre Gonzaga vielleicht dein Spiel. Aber Vorsicht: ganz so spannend wie es klingt ist die Intrigenspinnerei und Kriegstreiberei dann doch nicht.

 

Optisch ist Gonzaga sehr ansprechend und besticht schon beim Auspacken durch einen großen Berg bunter Gebietsförmchen, mit denen man auf dem Spielplan sein Reich markiert. Leider beginnt jede Runde des Strategiespiels mit einer zufällig gezogenen Karte, die fast den ganzen Zug entscheidet. Spannung wird fast ausschließlich durch kleine mögliche Aktionsvariationen, zwangsheiraten und eine Karte mit Geheimauftrag (sechs Städte zu erobern) erzeugt. Das gibt Extrapunkte. Räumliche Vorstellungskraft ist zwar keine Voraussetzung, hilft dem Eroberer aber festzustellen, ob sein verwinkeltes Förmchen, das er sich nicht aussuchen durfte, noch auf die leeren sechseckigen Felder in Südfrankeich passt, oder ob er schon wieder Norddeutschland okkupieren muss.

 

Wer gerne taktieren und seine Mitspieler schikanieren möchte, der muss sich hier echt anstrengen. Denn die meiste Zeit verbringt man mit Warten und zusehen wie das eigene Zielgebiet in fremden Besitz übergeht und die Gegner sich sowieso schon über das vorgegebene Gebietsförmchen ärgern. Agieren ja, reagieren nein und das sechs Runden lang.  

Ein bisschen Risiko im mittelalterlichen Italien, nur ohne Soldaten, Panzer und große Schlachten.

 

 

Gonzaga, Abacusspiele

Alter: ab 8 Jahren

Anzahl der Spieler: 2-4

Spielzeit: 45 Minuten

Rubrik: Strategie- und Eroberungsspiel

Preis: ca. 30€

 

Regelverständnis: 4 von 5 Würfeln

Denkanspruch: 3 von 5 Würfeln

Ausstattung: 4 von 5 Würfeln

Spielspaß: 3 von 5 Würfeln

 

 

Autor: 
Johannes Kraus
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