Anzeige

Gott oder Mensch?

 

Das szenische Projekt „Fadenspiel“ der Mainzer Theaterwissenschaftler wird die Zuschauer dieses Jahr durch die ganze Stadt führen. Auf der Suche nach dem roten Faden des Lebens.

 

Wer spinnt eigentlich meinen Lebensfaden: Gott? Die Gesellschaft? Facebook? Oder doch etwa ich selbst? Mit dieser komplexen Frage beschäftigen sich momentan rund sechzig Mainzer Studenten der Theaterwissenschaften. Und da sie hierbei nicht die Ersten sind, nimmt uns das diesjährige Szenische Projekt der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität mit auf eine Reise durch die verschiedenen Epochen von der Weimarer Klassik bis in die Moderne. Das „Mitnehmen“ ist in diesem Fall wörtlich zu verstehen, da sich das in den Kultursommer eingebundene Projekt dessen Motto „Gott und die Welt“ zu Herzen genommen hat und mit dem Schauspiel tatsächlich in die Welt gehen wird: Runter vom Uni-Gelände und hinein in die Stadt!

 

Für die Regie und die Leitung des Projektes ist die Theaterpädagogin Heike Mayer-Netscher zuständig, welche den Ausgangsgedanken „Wer vergibt die Rollen auf der Welt?“ hatte und diesen nun zusammen mit den Studenten zu einem fertigen Stück formt. Angefangen hat dieser Prozess schon im letzten Wintersemester mit einem Probewochenende bei dem die Studenten ihre Ideen in den Grundgedanken einfließen lassen konnten und in verschiedene Arbeitsbereiche aufgeteilt wurden. Im Anschluss an das Wochenende suchte die Dramaturgie-Gruppe dann Texte quer durch die Jahrhunderte heraus in denen sich die Figuren mit der Frage, wer ihr Leben bestimmt, auseinandersetzten. Aber auch eigene Texte finden in dem Stück ihren Platz: So wurden etwa für eine Szene Sequenzen aus „Ödipus“ und „Homo Faber“ zusammengestellt und mit selbstgeschriebenen Passagen erweitert um eine neue, lebendige Szene entstehen zu lassen.

 

Doch nicht nur der Mix der gespielten Epochen lässt dieses Stück als etwas Besonderes erscheinen, das wirklich Innovative ist die Umsetzung. Die Studenten kehren nicht nur dem Uni-Gelände den Rücken, sondern verweilen auch in der Stadt nicht lange an einem Ort. So wird aus einem gewöhnlichem Theater ein Spaziergang über neun Schauplätze in Mainz: Vom Naturhistorischen Museum an dem Galileo Galilei die Denkweise seiner Zeit als überholt ansieht, über das SchonSchön in dem eine Szene des berühmten Dramatikers Arthus Schnitzlers mit Leben gefüllt wird, bis hin zur Begegnung mit einer der größten Rocklegenden aller Zeiten.

 

Fadenspiel

26. und 27. Juni sowie 2., 3. und 6. Juli um jeweils 20 Uhr (am 27. Juni wg. EM schon um 16 Uhr)

Haus der Jugend, Mainz

Karten gibt es bereits im Philosophicum zu kaufen, für 7 bzw. ermäßigte 4 Euro

 

Autor: 
Madeline Dangmann
Facebook:
Artikel bewerten:

Dies bewerten

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.8 (5 Bewertungen)

Flattr

Galerie: 
"Fadenspiel", Foto: Veranstalter
"Fadenspiel", Foto: Veranstalter
"Fadenspiel", Foto: Veranstalter
"Fadenspiel", Foto: Veranstalter
"Fadenspiel", Foto: Veranstalter