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„Ich schaue gerne fern. Meistens Vox oder andere Pisse“

STUZ im Gespräch mit Musiker, Entertainer und Autor Heinz Strunk.

 

Sein Erstlingswerk „Fleisch ist mein Gemüse“ machte Heinz Strunk schlagartig bekannt. Mittlerweile gehört der selbsternannte Humorist zu den Bekanntesten seines Fachs und steht die Tage mit neuem Programm, Buch und Album auf den Bühnen Deutschlands. STUZ sprach mit Tausendsassa vor seinem Auftritt im Frankfurter Mousonturm über seine Einflüsse, Alkohol und Wege zum Erfolg.

 

 

STUZ: Wie geht’s?

 

Strunk: Etwas geschlaucht. Bin aber heute schon 10 km gelaufen.

 

Das ist also doch drin?

 

Ja, das ist was, was ich gerne auf Tour mache. In die Sauna gehen und so Kram.

 

In einem Interview vor 2 Jahren mit dem Nido Magazin hast du gesagt, dass du lieber betrunken auf der Bühne stehst. Ist das heute auch der Fall?

 

Ich trinke keinen Tropfen.

 

Deine erste nüchterne Tour?

 

Ne, ich habe schon mal eine gemacht. Aber das kann ich gar nicht gesagt haben, das ist falsch.

 

Du steckst ja gerade mitten in deiner aktuellen Tour. Wie ist denn das Feedback bisher?

 

Also der Zuwachs ist schon einmal zwischen 50 bis 100 Prozent mehr geworden. Also echt gut.

 

Was darf man von einem Heinz Strunk-Konzert erwarten?

 

Das muss man sich angucken. Ich mache eigentlich mehr als man erwarten würde. Sozusagen Übermenschliches, was ich leiste. Eigentlich alles außer Zaubern und Kochen.

 

Fraktus, dein neues Album, das Strunk-Prinzip: alles eher humoristische Projekte, die du gerade veröffentlichst. Ist es Zeit von den Themen Mutterkomplex, Depressionen und Frust Abstand zu nehmen?

 

Nö, gar nicht. Das verbindet sich ja alles auf kongeniale Weise. Ich habe nur gerade keine Lust dem deutschen Literaturchanon noch mehr depressives Gesabbel hinzuzufügen. Es gibt nur ganz wenige Humoristen, die ernsten oder traurigen Themen etwas humoristisches abgewinnen können und ich zähle mich in aller Bescheidenheit dazu. Das ist das, was ich besonders kann und deswegen mache ich das auch.

 

Du bist als Musiker, Autor, Schauspieler und als Politiker in Erscheinung getreten. In Anbetracht der Fülle deines Outputs kann man sich ja die Frage stellen, warum hat es so lange gedauert, bis zu zu Heinz Strunk wurdest?

 

Das kann ich dir auch nicht beantworten. Manchmal ist im Leben eben so. Dann braucht man auch mal das Glück, dass sich Leute dafür interessieren. Ich mache ja so ein Spezialzeug, das dauert sehr lange, bis es sich so durchfräst. Mein Buch „Fleisch ist mein Gemüse“ hat mir natürlich glücklicherweise den Weg ebnen können. Das war so ein magischer Moment.

 

Bei Künstlern besteht ja oft das Rollentausch-Dilemma. Wie viel Heinz Strunk steckt denn in Mathias Halfpape?

 

Mathias gibt es nicht mehr. Das ist aber auch gar keine Rolle, die ich spiele. Natürlich bin ich auf der Bühne etwas anders als privat, aber nicht viel. Ich bin ja keine Comedy-Figur, die sich eine Atze Schröder-Brille aufsetzt.

 

Gibt es etwas, was du an deinem alten Leben vermisst?

 

Nee, nichts.

 

Wenn man weiß, was du an Saxophon und Querflöte bewerkstelligst, dann ist das Album „Sie nannten ihn Dreirad“ nicht unbedingt das, was man von einem ausgebildeten Musiker erwartet. Welcher Zielgruppe würdest du deinem Album empfehlen?

 

Also diese Fragen! Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Also ich habe keinen Bock nur 60-Jährige anzusprechen. Da wäre ich beleidigt.

 

Welche Idee stand hinter deinem Album?

 

Ich habe ein viel größeres Output gehabt wegen Fraktus, dann habe ich noch dieses Album gemacht.

 

Ein Charakteristikum von dir ist deine wortgewandte Ausdrucksweise. Bis du früher ein großer Leser gewesen?

 

Sprache ist mein Medium. Mittlerweile bin ich ja auch schon 52 Jahre alt und ich hatte viel Zeit, zu lesen und mir von anderes was abzugucken. Letztendlich geht es um Talent und Fleiß.

 

Gibt es einen besonderes Einfluss?

 

Das kann ich nicht genau sagen. Genaue Beobachtungen im Alltag. Außerdem schaue ich gerne fern. Meistens Vox oder andere Pisse.

 

Welche Lebensweisheit möchtest du uns noch mit auf den Weg geben?

 

Ohne Fleiß keinen Preis.  

 

Autor: 
Andy Marx
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Heinz Strunk - Geht ja gar nicht