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Internationales Performance Festival im Mainzer pad
Der erblühende Frühling ist schon da, die wärmste Jahreszeit naht. Und mit ihr der fulminante Kultursommer Rheinland-Pfalz. In diesem Rahmen zum dritten Mal in Folge vertreten ist vom 2. bis 8. Mai das „Internationale Performance Festival“ im Mainzer pad.
Das performance art depot in der Mainzer Neustadt gibt Künstlern jeglicher Nationalitäten die Möglichkeit, ihre Darbietungen vor einem Publikum von maximal achtzig Leuten in einem heimeligen Kellerraum aufzuführen und dabei sämtliche traditionelle Darstellungsformen hinter sich zu lassen.
Qualität statt Quantität
Geprägt von Innovationsbewusstsein und frecher Kreativität sind die Performances, die die Organisatoren Nic Schmitt und Peter Schulz nach langem Überlegen und sicherem Abwägen aus der großen Anzahl von Bewerbungen ausgewählt haben. Nur Künstler, welche Filmmaterial mitschickten oder live entdeckt wurden, hatten eine Chance in den Kreis der Auserkorenen zu gelangen. Denn aufgrund des nicht allzu großen Budgets wird das Festival eher klein und beschaulich gehalten, setzen Schmitt und Schulz lieber auf Qualität statt auf Quantität.
So werden auch „alte Bekannte“ mit Freude erneut empfangen, ist man sich bei ihnen schließlich des Garantentums sicher. Seit Beginn des Festivals dabei ist zum Beispiel der Japaner Mamoru Iriguchi, in Großbritannien wohnhaft, welcher dieses Jahr zum ersten Mal nicht alleine, sondern gemeinsam mit einer Kollegin seine multimediale Tanzperformance präsentieren wird. Sie stellt „Schwanensee“ dar, doch wer sich auf klassische Abläufe einstellt, hat weit gefehlt: Der Hobbyperformer baut seine Kenntnisse aus Zoologie und Design auf abstruse, abgefahrene Weise in seine Performance ein, immer auch geht es um Fortpflanzung – ebenso wie die geschickte Aufmachung der Powerpoint-Präsentation.
Internationale Ausrichtung
2009 lief das Festival – noch etwas schleppend – unter dem Motto „Cool Britannia“. Doch schon 2010 stieg die Zuschauerresonanz enorm. Fast alle Vorstellungen waren ausverkauft und die neue internationale Ausrichtung kam auch gut an. So empfiehlt es sich für 2011, rechtzeitig Karten zu besorgen und eventuell die Einstellung mitzubringen, dass das wahre neue Darstellungswesen erst sein richtiges Feeling gewinnt, wenn man auf den Stufen im Zuschauerraum, zusammengerückt dem bunten Treiben auf der Bühne folgen kann. Jeder, der sich schon sicher ist, mindestens drei Vorstellungen zu besuchen, kann auch in Erwägung ziehen den Festival-Pass zu kaufen, da in diesem Fall der Geldbeutel am prallsten gefüllt bleibt.
Nach wie vor laufen die meisten Bewerbungen aus dem Vereinigten Königreich ein, was sicher auch an dem dortigen, gut strukturierten Informationssystem liegt. Der wohl theatralischste Programmpunkt, ebenfalls 2009 schon mal mit von der Insel-Partie, ist das geniale Performance-Duo Famous&Divine mit ihrem spannenden und intimen Zwei-Personen-Stück „Fugitive Songs“, einer atmosphärischen und musikalischen Performance über Alltagsängste.





















