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Irgendwo noch Kind geblieben

Interview mit Children

 

Das Berliner Trio Children heizt mit seinem tanzbaren Indiepop gerade die deutsche Musikszene auf. Mit David Lemaitre und Abby sind sie dieses Jahr als Support eifrig durch Deutschland getourt. Wir trafen André, Steffi und Laura vor ihrem Gig in Frankfurt und sprachen über ihre Art, zu provozieren sowie darüber, was Musik und Kindheit miteinander verbindet.

 

STUZ: Ihr kennt euch schon seit eurer Kindheit und seid zusammen aufgewachsen. Wie kam die Band zustande? 

André: Steffi und ich haben zusammen in paar Bands gespielt. Laura ebenfalls, aber in anderen. In Berlin wohnen wir alle schon seit 5 Jahren. Wir hatten damals noch einen Schlagzeuger, der jedoch letztes Jahr ausgestiegen ist. Dann haben wir zu Dritt weitergemacht.

Steffi: Aber so richtig los ging es eigentlich erst letztes Jahr. Wir haben unsere EP auch als Trio aufgenommen.

 

Euer Bandname ist ja ziemlich cool. Ist er eine Referenz an schöne Kindheitserinnerungen?

A: Ich habe den eigentlich vorgeschlagen. Es ist so ein universelles Wort, wozu  jeder eine Beziehung hat. Man denkt sofort an die Kindheit.

S: Die Entstehung des Namens war aber nicht spektakulär. Erst mit der Zeit kam dann die Bedeutung.

 

Gib es denn trotzdem Dinge, von denen ihr sagt, da seid ihr noch Kind geblieben?

A: Das ganze Musik machen ist ja eine recht kindliche Sache. Da entstehen Dinge zufällig oder aus einem Moment heraus.

S: Es ist alles sehr frei, es gibt ja keine Arbeitszeiten und nichts ist wirklich strukturiert.

A: Es heißt ja auch ein Instrument spielen. Man bastelt die Dinge einfach zusammen.

 

Musik ist also kinderleicht?

S (lacht): Nein, auf keinen Fall, aber man probiert eben viel aus und macht nicht alles straight durch. Deswegen passt es vielleicht mit dem Namen zusammen.

 

Einer eurer Songs heißt „Riot.“ Steckt da etwas Autobiographisches dahinter?

S: Wir hatten nur das Wort „Riot“ im Kopf. Es geht in unserer Musik eigenlich nicht primär um den Inhalt, sondern mehr um die Sprachmelodie. Das Wort lässt Raum, um viel rein zu interpretieren.

 

Eure EP heißt „No Future.“ Schon etwas provokativ.

A: Ja, es ist so eine versteckte Provokation. Wir kommen ja schon eher nett rüber und sind nicht so die mega Rocker. Auf dem Cover sitzen wir zwar nett auf der Couch, aber darunter steht „No Future“. Das ist dann so ein Punkding, finde ich.

 

Wie seid ihr denn sonst so beeinflusst?

S: Wir haben viel Klassik gespielt, aber nicht unbedingt gehört.

A: Wir kommen eben von der Musikschule. Bei mir waren es erst die ganzen Indiepopbands, die mich beeinflusst haben und in Berlin habe ich dann zum ersten Mal richtig Housemusik erlebt. Zwar sind wir eine richtige Band, aber wir haben diese Elektrobeats. Das ist das Spannende daran.

 

Laura, du spielst neben Bass auch Querflöte. Sehr ungewöhnlich für eine Band.

L: Ich habe schon sehr lange Flöte gespielt. Zuerst war nur der Bass dabei und irgendwann hat es sich einfach ergeben, dass wir auch was mit Flöte ausprobiert haben.

 

Warum habt ihr euch eigentlich entschieden, nach Berlin zu gehen?

L: Wir standen halt vorm Studium und die Stadt ist nicht weit weg von Zuhause. Das ist der Hauptgrund.

S: Wir sind jedenfalls nicht hingezogen, um diesen Vibe für uns als Musiker zu spüren. Es war zufällig auch eine gute Stadt, um Musik zu machen. Dort gibt es einfach alles.

 

Seid ihr noch viel in der Heimat unterwegs?

A: Am Wochenende kann man mal hinfahren, aber wir studieren und arbeiten in Berlin.

S: Darum geht es wahrscheinlich auch viel auf unserem Album. Man ist weg und hat irgendwann keine wirkliche Verbindung mehr zur Heimat. Es ist komisch, dann zurückzukommen, alles ist gleich, aber man hat sich selbst so verändert.

 

Ein Album ist also in Planung?

S: Ja, nächstes Jahr soll es erscheinen. Nach der Tour geht es dann ans Abmischen.

 

Autor: 
Lara Malm
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Children - Riot