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Kevin Drew - Darlings

City Slang/ Universal

VÖ: 21.03.14

 

Kenner der Indie-Musik-Szene dürften beim Lesen des Namen Kevin Drew sofort in einen semi-ekstatischen Zustand versetzt werden. Nämlich als Mitbegründer der in Toronto angesiedelten Indie-Rock-Band „Broken Social Scene“, in der er Gitarre spielt, singt und auch den Großteil der Songs schreibt, hat sich der gute Mann absolut unsterblich gemacht. Vor allem das zweite Album der Band, „You Forgot It In People“ aus dem Jahr 2002, gilt inzwischen als unangreifbarer Klassiker der Independent Musik und hat der Band und eben auch Drew ewigen Indie-Ruhm beschert.

 

Mit seiner neuen CD „Darlings“ beschert uns der Kanadier Kevin Drew nun sein zweites Album als Solo-Interpret außerhalb des Band-Kollektivs von Broken Social Scene. Sein erstes Solo-Album wurde bereits im Jahr 2007 unter dem Titel „Spirit If...“ zum großen Wohlwollen der Kritiker veröffentlicht.

 

Wie das komplett schwarz gehaltene Cover, das lediglich von einem dünnen pinkfarbenen in Handschrift verfassten Schriftzug des Album-Titels aufgehellt wird, schon suggeriert, ist das Album sehr düster gehalten und liefert auch in den Lyrics einen sehr introspektiven und reflektierenden Kevin Drew. So besteht eines der Hauptthemen des Albums aus Drews Erfahrungen mit dem Lebensstil eines Rockstars. Die Folgen dieser speziellen Art des Lebens werden vor allem in Songs wie „Good Sex“ oder „Mexican Aftershow Party“. So besingt Drew auf der ersten Single des Albums, „Good Sex“, die vermeintlichen Vorteile des Sexuallebens eines Rockstars „Good Sex it never makes you feel hollow; Good Sex it never makes you feel clean; Good Sex it’s gonna get you with a fine line; Good Sex it’s gonna die on the knees.”

 

Das Album zeichnet sich durch eine hohe Text-Lastigkeit aus und spiegelt Drews Ambitionen, sich als alleinstehender Singer-Songwriter zu etablieren wider. Musikalisch werden die Songs oft durch Synthesizer-Beats, Piano-Begleitung oder auch ganz klassisch durch eine elektronische bzw. akustische Gitarre untermalt. 

Das Album hat eine eher introvertierte und melancholische gehaltene Grundstimmung, die aber mit poppigen Klängen versehen ist und daher durchaus positiv und entspannt wirkt. „Darlings“ wirkt sehr gut als Kollektiv, da die Songs musikalisch und textlich miteinander verwoben sind und ein Gesamtkonzept zu erkennen ist.

 

Als Fazit lässt sich festhalten, dass Kevin Drew mit „Darlings“ ein solides Album vorlegt, dem es allerdings an den großen Hits fehlt. Die Songs verlieren sich schnell im Gesamtkonzept und es bleibt selbst nach mehrfachem Anhören der CD kaum eine bleibende Melodie im Kopf zurück. Somit schafft es „Darlings“ nicht, sich mit den beiden großen Singer-Songwriter-Alben, die bereits dieses Jahr veröffentlicht wurden, „Morning Phase“ von Beck und, allen voran „Benji“ von Sun Kil Moon, messen zu können.

 

Autor: 
Florian Kölsch
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Kevin Drew - Good Sex