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Kultur kennt keine Grenzen

Bei der 14. Auflage des internationalen integrativen Theaterfestivals "Grenzenlos Kultur" in Mainz dreht sich alles um Freiheit und Überwindung.

 

Jeder Mensch strebt nach Freiheit. Aber nur allzu selten lässt man seine Mitmenschen an Gedanken, Gefühlen und Erinnerungen teilhaben. Stets hält einen die Angst gefangen, durch das Offenbaren der eigenen "Andersartigkeit" ins gesellschaftliche Abseits zu geraten. Freiheit selbst wird dadurch zum utopischen Wunsch, einem nebulösen Gespenst, das sich jedem Griff entwindet. Aber wer oder was bestimmt unser Leben, wenn nicht wir? Und gibt es eine Möglichkeit, seine Selbstbestimmung wiederzuerlangen?

 

Diesen Fragen widmen sich die Künstlerinnen und Künstler des 14. internationalen Theaterfestivals "Grenzenlos Kultur" vom 6. bis 22. September in Mainz. Künstler mit und ohne Handicap bringen ihre Andersartigkeit zum Ausdruck und ermutigen den Zuschauer, sich gegenüber Politik, Gesellschaft und vor allem sich selbst zu behaupten. Aufführungsort der Theaterstücke, Performances und Konzerte ist das KUZ in Mainz. In insgesamt 26 Aufführungen sollen Grenzen überwunden und sich dem Gefühl von Freiheit angenähert werden.

 

Die italienische Theatergruppe Teatro la Ribalta eröffnet das Festival mit ihrer Tanzinszenierung "Minotauro" und beschwört den Geist Pina Bauschs herauf. Die Tänzer lassen ihren Körper durch stimmungsvolle, expressive Bewegungen zu seiner freien Ausdruckskraft wiederfinden und befreien ihn von den starren Vorgaben der Gesellschaft.

 

Auch Lilith, die erste Frau Adams, ist aus ihrem Gefängnis ausgebrochen. Ihre Verweigerung, sich dem Mann unterzuordnen, sorgt dafür, dass sie ein Leben im Schatten von Eva führen muss und beinahe in Vergessenheit gerät. Die libanesische Autorin Joumana Haddad lässt sie in ihrem Stück "Lilith's Return" ins Paradies zurückkehren. Für sie ist die biblische Frauengestalt ein Sinnbild für das vorherrschende Frauenbild der arabischen Welt. In der Inszenierung spielen junge Frauen mit Down-Syndrom die Rolle der Lilith und versuchen, im Spiel deren Autonomie wiederzuerlangen.

 

Neben weiteren eindrucksvollen Inszenierungen, wie "Lost Love Lost", eine ungewöhnliche Shakespeare-Adaption der Berliner Gruppe Theater RambaZamba, oder Boris Nikitins rasante Bearbeitung von "Woyzeck", ist auch Anne Tismers Installation "Das Plastikgespenst der Freiheit" Teil des vielfältigen Programms. Die Installation mitten in der Innenstadt bezieht sich auf den gleichnamigen Film von Luis Bunuel und stellt in surrealistischen Bildern die Unerreichbarkeit wahrer Freiheit dar. Die gespenstische Installation wird an verschiedenen Orten der Mainzer Innenstadt zu sehen sein.

 

Alle Termine des Festivals sowie weitere Infos findest Du auf www.grenzenloskultur.de.

 

 

Autor: 
Laura Brechmann
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Galerie: 
Lilith's Return.
Lilith's Return.
Woyzeck.
Das Plastikgespenst der Freiheit.