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Märchenstunde im Staatstheater

Ein Prinz, der die Tochter der Königin der Nacht aus den Klauen eines vermeintlichen Tyrannen rettet, ein Weiser, der Mut und Tugend prüft und eine magische Flöte, die Zauberkräfte hat – nein, es handelt sich nicht um ein Märchen aus den Büchern der Gebrüder Grimm, sondern um Mozarts berühmte Oper Die Zauberflöte, die im Staatstheater Wiesbaden auf der Bühne präsentiert wird.

 

Von der Königin der Nacht beauftragt, die von Sarastro entführte Tochter Pamina zu retten, macht sich Prinz Tamino zusammen mit dem Vogelfänger Papageno auf den Weg. Die drei Damen der Königin statten die beiden mit einer Zauberflöte und einem magischen Glockenspiel aus. Nachdem sie Pamina in Sarastros Reich gefunden haben und zur Flucht aufbrechen wollen, werden sie erwischt. Tamino erfährt, dass Sarastro nicht der gefürchtete Tyrann ist, den die Königin der Nacht beschrieben hat, sondern nur gute Absichten verfolgt und Pamina vor der bösen Königin retten wollte. Sarastro, der der Hüter des Lichts und der Weisheit ist, nimmt Tamino, Pamina und Papageno mit in den Weisheitstempel und stellt ihnen verschiedene Prüfungen. Papageno versagt bereits bei der ersten Prüfung, aber findet sein Glück in Gestalt der Papagena. Pamina und Tamino bestehen alle Prüfungen, wehren einen Angriff der Königin der Nacht ab und vernichten sie samt Verbündeter. Sie werden von Sarastro in den Kreis der Eingeweihten aufgenommen, Stärke, Schönheit und Weisheit triumphieren.
 

Zunächst einmal soll an dieser Stelle der Hut gezogen werden vor Herrn Mozart. Man braucht schon viel Phantasie, um sich eine solche Geschichte auszudenken – diese Geschichte aber noch mit so großartiger Musik zu untermalen, ist definitiv eine Meisterleistung. Die nächsten Lorbeeren erntet Gloria Rehm, die neben ihrer zauberhaften Interpretation der Adele in Die Fledermaus das Wiesbadener Staatstheater als Königin der Nacht abermals verzückte. Rehms beeindruckende Darbietung der wohl bekanntesten Arie des Stücks Der Hölle Rache bleibt bis heute im Gedächtnis und hält die Erinnerung an den Abend wach. Für ein weiteres Highlight des Abends sorgen die drei zuckersüßen Knaben Jonas Finkemeyer, Moritz Bouchard und Leon Lederer, allesamt Solisten des Knabenchores der Chorakademie Dortmund, deren Stimmen so unschuldig wie die kleiner Engel durch das Staatstheater klingen. Papageno und Papagena in Gestalt von Christopher Bolduc und Stella An wirbeln als das wohl romantischste Paar über die Bühne. Der modernen Inszenierung geschuldet tanzen während des berühmten Duetts lauter kleine Babys über eine Leinwand im Hintergrund, was für einige Lacher sorgt und die Stimmung auflockert.
 

Weitere Aufführungen am 18. und 27. November, 7., 26. und 29. Dezember, 7. Januar, 1. Februar, 27. Mai sowie 4. Juni

 

Autor: 
Lisa Schmucker
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