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Mainz verändert sein Gesicht

Die Realisierung von Großprojekten wie der Neubebauung des Zollhafenareals oder der Umgestaltung der nördlichen Neustadt rückt in greifbare Nähe. Was das architektonisch für Mainz bedeutet, ist noch unklar.

 

Das architektonische Gesicht von Mainz befindet sich im Wandel. Manche Quartiere der 203.000-Einwohner-Stadt wird man in ihrem Charakter in ein paar Jahren wohl nicht wiedererkennen. So zum Beispiel die nördliche Neustadt zwischen Goethe-, Mosel-, Sömmeringstraße und Rheinallee. Hierfür wurde Ende Juni der städtebauliche Rahmenplan vorgestellt. Das Darmstädter Büro Prosa-Architekten schlägt rund um einen – wie schon damals von Stadtbaumeister Eduard Kreyßig geplanten – neuen Quartiersplatz den Neubau von fünf Wohnblöcken vor (siehe Bild). Bestehende Gebäude sollen in das Ensemble integriert werden. Zudem soll das neu entstehende Quartier Tiefgaragen erhalten und weitestgehend autofrei bleiben. An diesen Ideen werden sich nun die konkreten Planungen orientieren.

 

Momentan herrscht  in der NöNeu – der nördlichen Neustadt – städtebauliches Potpourri mit diversen Brachen und Gewerbebetrieben. Wann die Planungen für diesen Bereich konkretisiert werden, hängt nun an den Besitzern der Grundstücke, den Investoren und der Stadt, die unter anderem noch Fördermittel aus dem Programm „Soziale Stadt“ aquirieren will.

 

Das geplante Areal steht in direktem räumlichem Bezug zur Entwicklung der alten Komissbrotbäckerei, hinter deren Back- und Sandsteinmauern sich viele Mainzer einen Raum für Kunst und Kultur wünschen. Zudem grenzt der Bereich fast direkt an den Zollhafen, wo auch bald die ersten Neubauten entstehen sollen.

 

Konkret wird dort demnächst in Nachbarschaft zum sanierten Weinlager mit dem „Rheinkai“ ein Büroneubau direkt am Wasser entstehen. Es ist das erste Gebäude in Mainz, was kaum Platz für eine Promenade oder Grünfläche am Rhein lässt. Kritik an einer solch gnadenlosen Raumausnutzung wurde bereits vereinzelt in Internetforen laut. Als zweiter Neubau steht das Projekt „Rheinpromenade“ zwischen Kunsthalle und Rhein fest. Ende Juli wurde das dafür vorgesehene Grundstück von der LBBW Immobilien Development GmbH in Stuttgart gekauft. Die Firma will dort bis 2016 Büros und 100 Wohnungen bauen. Günstig werden diese aber wohl eher nicht. Immerhin: Laut städtebaulichem Vertrag sollen im gesamten Zollhafenbereich mindestens zehn Prozent der neuen Wohnungen Sozialwohnungen werden. Außerdem sollen 4.000 von 180.000 Quadratmetern Wohnfläche für Studenten und Senioren vorbehalten sein. Sowohl für das „Rheinkai“ wie auch die „Rheinpromenade“  werden Architekturwettbewerbe durchgeführt – keine Selbstverständlichkeit in Mainz. Die Ergebnisse wurden noch nicht bekannt gegeben. Wie das Zollhafenareal also einmal wirken wird, ist noch völlig offen.

 

Auch an anderer Stelle verändert sich die Stadt: So zum Beispiel auf dem Campus der Gutenberg-Universität oder am Ende der Augustinerstraße. Hier wird mit dem „Hopfengarten“ derzeit ein gutes Stück Stadtreparatur betrieben. Nur wie die Gebäude einmal aussehen werden, weiß die Öffentlichkeit noch nicht. Es wird seinen Grund haben.

 

 

Autor: 
Fabian Scheuermann
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