Anzeige

Mit dem Staatstheater Mainz geht es bergab

 

Das Deck3 wird durch U17 abgelöst. Die Tänzer bekommen mit dem Glashaus einen schönen lichtdurchfluteten Ort zum Proben, während den Schauspielern unter der Erde ganz neue Möglichkeiten geboten werden.

 

Hall und raus
Alles ist wie ummantelt von einem tiefen Schwarz, überall hallt es noch. Hier, 17 Meter unter der Bühne, entsteht eine weitere Spielstätte des Staatstheater Mainz. U17. Bis zur ersten Aufführung, wird dem ehemaligen Tanzraum der letzte Schliff verliehen: ein Notausgang wird noch gebaut und ein Tischler fertigt Wände, die die Stimmen der Schauspieler verschlucken und damit für eine angemessene Akustik sorgen sollen. Denn die ist laut Intendant Markus Müller „noch leicht zu hallig.“ Er verspricht, dass bis zur Perfektion an der Akustik gefeilt werden wird. Am Rest muss nicht mehr viel gefeilt werden, um U17 perfekt zu machen. Die 240.000 Euro Investition, die Externe fließen ließen, scheinen gut investiert, die Spielstätte macht großen Eindruck. Und das, obwohl sie in nur sieben Wochen gebaut wurde.

 

Ganz nah am Geschehen
Die Bühne ist den Besuchern ganz nah, „so dass man sich dem Geschehen gar nicht entziehen kann“, so Müller. Inwiefern das stimmt, können die Besucher schon ab dem 4. Oktober selbst beurteilen. Die erste Aufführung hier wird „Water by the Spoonful“ von Quiara Alegría Hudes sein, eine deutsche Erstaufführung unter dem Regisseur K.D. Schmidt, der ebenfalls begeistert ist vom U17: „Dieser Raum ist in seiner Dimension und Kraft klasse, verlangt aber auch viel Kraft von den Schauspielern. Sie müssen sich in diesem Raum zeigen können.“ Toll findet er auch die Größe der Bühne, die das U17 vom Volumen her zu einem großen Theater mache. Klein dagegen ist die Anzahl der möglichen Besucher, maximal 135 Sitzgelegenheiten gibt es, von denen beliebig viele Sitzplätze weg geklappt werden können. Dazu kommt, dass das U17 barrierefrei ist. Es gibt zwei Aufzüge, die vom Kleinen Haus direkt an die Bühne fahren. Wer die 72 Stufen bergab lief, wird das auf den ersten Blick nicht sehen.

 

Schwerpunkt Jugend
Der Themenschwerpunkt der Spielstätte liegt auf Kindern und Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren, das erste Stück in diesem Sinne wird „Superhero“ von Anthony McCarten sein, das ab dem 10. Oktober aufgeführt wird.

Autor: 
Nicole Opitz
Facebook:
Artikel bewerten:

Dies bewerten

Noch keine Bewertungen vorhanden

Flattr