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Mit Literatur Zeichen setzen

Ein Mainzer Literat will seinen Lesern die Augen öffnen und das Glück provozieren.

 

Der ehemalige Mainzer Student und STUZ-Autor Levend Seyhan hat im Juni 2013 seinen Erstlingsroman „Torben stirbt im Wohnzimmer“ veröffentlicht und ihn im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. Es ist ein tiefgehendes Werk, sprühend vor Hoffnung und den Schicksalsschlägen des Lebens trotzend. Die Hauptfigur ist ein junger Mann, dessen türkischer Migrationshintergrund gesellschaftskritisch beleuchtet wird. Levend Seyhan will sich gegen viele verschiedene Arten von Ungerechtigkeit aussprechen. Der universelle Gedanke, den er dabei immer im Auge behalte, sagt er, sei das Aufrechterhalten von Werten wie Respekt und Menschlichkeit. Mit seinen Werken möchte er etwas verändern: „Ich möchte den Menschen meine Weltanschauung mitteilen“.

Zeichen setzt Levend Seyhan jedoch nicht nur durch seine Literatur. So ist er auch Initiator des Frankfurter JugendLiteraturPreises (JuLiP), der 2012 in die erste Runde ging und im kommenden Jahr zum zweiten Mal Kurzgeschichten von Kindern und Jugendlichen auszeichnen wird. Über die Kunst, so Seyhan, können die Jugendlichen sich mitteilen und ihre Potentiale entdecken: „Ich möchte Kindern die Augen öffnen“.

Bei diesem Projekt hat Seyhan auch Jungautor Jannis Plastargias kennengelernt, durch den er zum Größenwahn-Verlag fand und somit dieses Jahr sowohl „Torben stirbt im Wohnzimmer“ als auch seine Kurzgeschichte „Liebe und andere Schmerzen“ veröffentlichen konnte. Zu seinem Sprung, den er dieses Jahr gemacht habe, gehöre jedoch nicht nur Talent, sondern auch enorm viel Glück, stellt Seyhan fest und rät: „Man muss das Glück mit all seiner Kraft zu provozieren verstehen“. Schon mit fünfzehn hat der inzwischen 35-Jährige Drehbücher für Kurzfilme geschrieben, bis er 2007 zur Prosa kam. Seine Vorbilder sind unter vielen anderen Hermann Hesse, Mahatma Gandhi und Kemal Atatürk.

In den letzten Monaten hat Seyhan über dreißig Geschichten verfasst, darunter sogenannte Kürzestgeschichten, die knapper und poetischer sind als Kurzgeschichten. Als nächstes hat er zwei Romane geplant, die in ganz anderen Kontexten spielen als sein Debütroman. So ist eine der Geschichten in die Nachkriegszeit eingebettet, in der anderen versucht Seyhan verschiedene Vorstellungen von Ehre literarisch umzusetzen.

Autor: 
Isabel Steinmetz
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