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Nippon Connection 2011: Milocrorze – A Love Story

Dreimal Liebe im Dimensionschaos

 

Es ist schon eine seltsame Sache, die Liebe. Im einen Moment scheint alles zu strahlen, ist alles bunter und durch die rosarote Brille schön und gut, kurz darauf reißt einem die Sehnsucht das Herz aus der Brust und alles wird plötzlich dreckig, brutal und trostlos. In Yoshimasa Ishibashis Milocrorze – A Love Story kämpfen drei unterschiedlich verrückte Helden in drei unterschiedlich verrückten Geschichten mit der Liebe und um die Herzen schöner Frauen. Ein kleiner, ewig junger Rotschopf, ein Freak von einem Liebesberater und ein einäugiger Samurai. Der Ort ist vermutlich Japan, die Zeit vereint die 50er mit einer Moderne voller Schwertkämpfer. Von der Liebeskomödie über den Western bis zum Samurai-Rachefilm ist alles dabei und die Ästhetik liegt irgendwo zwischen Werbeclip, Kabukitheater und knallbunter Knetmasse. Leider aber haben die drei Geschichten überhaupt nichts miteinander zu tun und leider ziehen sich die 90 Minuten nach einer temporeichen ersten Hälfte plötzlich wie rosa Kaugummi. Und während er sympathisch-hemmungslos übertrieben beginnt, erhebt er am Ende leider Anspruch auf kitschig echtes Gefühl. Dafür gibt es irre Masken, schrille Tanzeinlagen und eine wunderschöne, exzessiv lange Schwertkampfszene mit pathetischer Zeitlupe, malerischen Blutspritzern und bunten Tüchern. Ein visuell ansprechendes und flirrendes, chaotisches Bild über die Liebe. Der Film vereint alles, wofür man die japanische Filmindustrie lieben und fürchten muss.

 

Autor: 
Johannes Kraus
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