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Privates Tänzchen und Erbsen

Vom 18. bis zum 28. Juni finden im Staatstheater Wiesbaden die 26. Hessischen Theatertage statt. Dabei sind von verschiedenen Theatern der Landeshauptstadt über die Theaterakademie aus Gießen bis hin zu den Staatstheatern Darmstadt und Kassel zahlreiche hessische Bühnen vertreten.

 

Privates Tänzchen gefällig? Tümay Kilincel und Youngjun Bae lassen diesen Traum in der Dance Box vom 18. Bis zum 20. Juni von 19 bis 20 Uhr zur Wirklichkeit werden. Das Staatstheater Wiesbaden nennt es „Tanzwunschmaschine“. Man setzt sich in einen verranzten Campingwagen und entscheidet sich für einen Tänzer, der prompt anfängt zu tanzen. Abgefahren.
Genauso abgefahren klingt auch das Programm – Wiesbadener Chefdisponent Frank Bettinger spricht von „einer Leistungsschau“ der Hessischen Theaterszene. Bei den Hessischen Theatertagen dürfen das Schauspiel Frankfurt, die Staatstheater Darmstadt, Wiesbaden und Kassel sowie das Stadttheater Gießen und das Landestheater Marburg selbstverständlich nicht fehlen. Bettinger betont aber auch, dass er und Intendant Uwe Eric Laufenberg die „freie Szene“ stärker einbinden wollten. Bettinger holte die Theaterperipherie aus Frankfurt sowie die Werft (s.S. 18) und Zwofadole aus Wiesbaden mit ins Boot. Letztere zeigt am letzten Theatertagentag zu drei Uhrzeiten ihre szenische Auseinandersetzung mit dem Thema Wohnen in Wiesbaden. Im Mittelpunkt steht hierbei der 1963 von Ernst May veröffentliche Plan für ein „neues Wiesbaden“, das Wohncontainer am Rande der Stadt vorsah. „Daraus wurde zum Glück nichts“, erzählt Bettinger. Apropos, daraus wurde nichts: Das Landestheater Marburg zeigt Woyzeck am 25. Juni im Kleinen Haus. Wem private Tänzchen und Improvisationstheater zu bunt sind, kommt dieser Tage also auch nicht zu kurz. Neben dem Klassiker Woyzeck ist am Staatstheater Wiesbaden die eigene Premiere von Buddenbrooks zu sehen, das Staatstheater Darmstadt präsentiert seinen Prinz Friedrich von Homburg mit Samuel Koch und Katharina Hintzen.
Und worauf freut sich Bettinger besonders? „Das Feiern und Zusammenkommen danach“, sagt er glücklich.

 

WTF
Die Hessischen Theatertage finden seit 1984 im Zweijahrestakt statt, 2005 trug sie das erste Mal die Landeshauptstadt aus. Traditionell wird ein Preis verliehen, aufgrund der unterschiedlichen Inszenierung und der damit einhergehenden Unvergleichbarkeit der Stücke spricht Bettinger allerdings von einem „Augenzwinkerpreis“. Die Jury soll aus Studierenden bestehen.

Autor: 
Nicole Opitz
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