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"Immer open minded sein!"

Interview mit Thilo Distelkamp

 

Thilo Distelkamp kommt aus Neuwied und ist Sänger und Songwriter. Außerdem ist er Frontmann und Sänger der Band Prison Mind. Zurzeit arbeitet er an einem Album und baut um sein Soloprojekt herum eine Band auf. Seine EP „Headsuite“ gibt es als Gratisdownload. Auf dem diesjährigen Spack! Festival in Wirges trat er sowohl solo mit Akustikgitarre als auch mit seiner Band auf. Doppelte Belastung? Ganz im Gegenteil!

 

STUZ: Was würdest du Menschen entgegnen, die musikalisch nur in Schubladen denken?

 

Thilo Distelkamp: Immer open minded sein! Man weiß nie, was einen in einem anderen Musikgenre erwartet. Früher war ich auch sehr engstirnig und hab mir manche Bands prinzipiell nicht angehört. Aber mittlerweile bin ich für alles offen. Von Huss & Hodn bis hin zu As Blood Runs Black und Skrillex, alles ist dabei.

 

Hast du musikalische Vorbilder, die dich beeinflussen?

 

Die gibt es immer, jeder braucht eine Inspiration. Im Moment stehen bei mir Hannes Wader, City And Colour und Jarle Bernhoft hoch im Kurs. Das sind die Künstler, die bei mir schon seit mehreren Monaten auf meinem mp3-Player auf Dauerrotation laufen.

 

Wenn du die Möglichkeit hättest – mit welchem Künstler würdest du gerne mal ein Feature machen?

 

Das wäre wohl Dallas Green (City And Colour). Obwohl ich voraussichtlich keinen Ton herausbekommen würde, wenn ich die Möglichkeit hätte, mit ihm etwas aufzunehmen.

 

Du bist ja Sänger der Band Prison Mind und machst auch solo Musik. Was gefällt dir besser bzw. was macht beides zu etwas Besonderem?

 

Es ist von Grund auf verschieden. Bei meiner Band Prison Mind macht es unglaublich Spaß mit so talentierten Musikern zusammen auf der Bühne zu stehen und durch eine Bühnenshow andere Leute mit unseren gemeinsamen Songs zu begeistern. Menschen klatschen mit, machen eine Wall Of Death oder einen Circle Pit. Solo ist das etwas anderes. Ich lebe meine etwas ruhigere Seite aus und präsentiere das, was in meinem Kopf vorgeht. Ich muss mich zudem nach niemandem richten und habe viele Freiheiten. Hier liebe ich es, wenn man nach einem Song merkt, dass manche Menschen den Atem angehalten haben. Ein einmaliges Gefühl!

 

Solo coverst du Songs, schreibst aber auch selbst welche. Wie sieht sowas bei dir aus, wann kommen dir die besten Ideen?

 

Bei meinen Auftritten spiele ich fast ausschließlich eigene Songs. Ab und an bringe ich mal ein Cover von den Künstlern oder Songs unter, die mich in den letzten Tagen oder Wochen zum Nachdenken gebracht haben. Die besten Ideen für meine eigenen Songs kommen bei mir meist unverhofft. Ich setze mich nicht hin und denke mir: „Jetzt schreibe ich ein Lied!“, das geht nicht. Druck ist in der Hinsicht der falsche Weg. Man setzt sich hin, jammt, und irgendwann nimmt das ganze Gestalt an und endet dann in einem Lied.

 

Auf dem Spack! Festival kamen ja besonders viele Menschen zu deinem Auftritt, womit du wohl selbst nicht gerechnet hast. Merkst du allmählich, dass du an Bekanntheit gewinnst? Und wie macht sich das bemerkbar?

 

Es war der absolute Wahnsinn! Gänsehaut bekam ich, als jemand zu mir kam und sagte: „Bei dir an der kleinen Acoustic-Stage ist gerade mehr los als an der Hauptbühne.“ Es ist komisch, aber manchmal fällt es mir wirklich auf. Ein sehr eigenartiges Gefühl, wenn man ein ähnliches Leben führt wie jeder andere auch. Manchmal werde ich angesprochen und gefragt, ob ich es wirklich bin, oder ob mein Name nur ein Künstlername sei. Ganz verrückt ist es, wenn Leute zu mir kommen und ein Foto oder ein Autogramm haben möchten.

 

Was war dein bestes Konzert- oder Festivalerlebnis als Musiker?

 

Solo definitiv das diesjährige Spack! Festival – vor allem durch das Wetter und die Atmosphäre. Wenn ich die Bilder sehe, wird es mir ganz anders. Mit Prison Mind war es das Free & Easy-Festival in München als Support von We Butter The Bread With Butter. 1.500 Menschen, die eine Nacht unvergesslich gemacht haben.

 

Und was war dein bestes Konzert oder Festivalerlebnis als Besucher?

 

Das war 2007 bei der Taste Of Chaos-Tour im Palladium in Köln mit The Used, wo mich deren Sänger Bert McCracken zu einem Lied auf die Bühne holte und ich mich vor einer kompletten Konzerthalle zum Affen machen durfte. Ich glaube es hat ca. 2 Monate gedauert, bis ich das alles verarbeitet hatte.

 

Mehr Infos: www.facebook.com/ThiloDistelkamp // www.myspace.com/thilodistelkamp

 

Autor: 
Christoph Bröder
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