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Rethink, Mensch!

Wem gehört das Wasser dieser Welt? Reicht es, Bio zu kaufen? Was können Mainzer für ihre Umwelt tun? Bald in der Stadt: das Filmfestival „Reflecta“.

 

Wir verändern unsere Umwelt, und unsere Umwelt beeinflusst uns. „Mensch und Umwelt“ ist daher das Thema des Reflecta Filmfestivals, das vom 7. bis 9. Juni im Capitol Mainz stattfindet. Es geht Fragen nach wie: Wem gehört das Wasser dieser Welt? Reicht es, Bio zu kaufen? Was können die Mainzer für ihre Umwelt tun? Welchen Einfluss haben Geld, Wirtschaft und das Finanzsystem auf den Menschen? Auf dem Reflecta Filmfestival gilt es nach dem Motto „Rethink your World“, Unerhörtes sowie Alltägliches zu überdenken, vielleicht umzudenken.

 

Im Fokus stehen drei aktuell breit diskutierte Themen: „Wasser – Ressource und Ware“, „Ethisches Wirtschaften“ und „Nachhaltiger Konsum“. Zur Eröffnung am 7. Juni wird „Taste the Waste“ von Regisseur Valentin Thurn gezeigt, ein Film der über die Hintergründe der Lebensmittelindustrie informiert und Auswege aus der Verschwendung aufzeigt. Am Samstagabend geht es um Wasserpolitik, ein konfliktgeladenes Thema, wie das enorme öffentliche Aufsehen beweist, das der Dokumentarfilm „Water makes money“ aus dem Jahr 2010 erregt hat. Die Regisseure Leslie Franke und Herdolor Lorenz kritisieren darin die Privatisierung des Trinkwassers. Am Sonntag wird mit „Let’s make money“ der Weg des Geldes verfolgt und dabei kritisch das internationale Finanzsystem beleuchtet. Die Finanzkrise wird hier als gesellschaftliches Problem angegangen, das uns alle betrifft.

 

Denn es sind Probleme des globalen Zusammenlebens, die uns in allen Bereichen unserer direkten Umwelt begegnen. Aus diesem Grund gibt es beim Reflecta neben dem Hauptthemenblock Mensch und Umwelt noch die Kategorien Subkulturen und Kulturelle Identität. So erzählt „Quadrophenia“ die Geschichte von Jugendlichen in der Mod- und Rockerszene im England der 60er Jahre und die deutsche Tragikomödie „Oh Boy“ aus dem Jahr 2012 bietet eine neue Sichtweise auf vertraute Verhaltensweisen und kulturelle Codes in einer modernen Großstadt.

 

Insgesamt hat das bundesweite Reflecta-Festival 30 Filme im Programm, Eine gute Auswahl daraus läuft während der mainzer Austragung im Capitol, darunter an jedem Abend Dokumentar- und Spielfilme sowie mehrere Kurzfilme. Bekannte Filmschlager wie „We feed the world“ von Erwin Wagenhofer und Werner Herzogs Dokumentarfilm „Begegnungen am Ende der Welt“ stehen neben unbekannteren Produktionen auf dem Programm, Geschichten aus aller Welt wechseln mit regionalen, wie zum Beispiel dem Film über den Mainzer „Stadtschäfer“ Günter Dorn. Neue Perspektiven auf die Welt eröffnen sich dem Festivalbesucher außerdem unter anderem auf einem Bienenflug, er erfährt alles über das Phänomen des Sammelns und wie ein ostafrikanischer Speisefisch den Bürgerkrieg befeuert. Man darf außerdem gewaltige Bilder erwarten wie Werner Herzogs fantastische Unterwasseraufnahmen, erschreckende Eindrücke in „We feed the world“ und grandiose Landschaftspanoramen, zum Beispiel in „Die Geschichte vom weinenden Kamel“.

 

Den Unterschied zu anderen Filmfestivals sieht Festivalleiterin Daniela Mahr darin, dass es Reflecta nicht bei der Verbreitung von Informationen belässt, sondern Menschen jeden Alters Möglichkeiten eines umweltgerechteren Lebens aufzuzeigen und sie zu verantwortungsvollerem Handeln zu bewegen – ökonomisch sinnvoll, ökologisch verträglich und sozial gerecht. Das Kinoprogramm ist daher bei Reflecta direkt mit aktiver Auseinandersetzung der Gäste mit den Filmen verbunden: In den auf die Filmvorführungen folgenden Debatten geht es darum, was jeder selbst anders machen kann. Mit den Regisseuren und Personen wie Vertretern von Initiativen wie den FoodFighters, dem Vorsitzenden des Wasserprogramms der UNESCO und dem Geschäftsführer von Triodos, Europas führender Nachhaltigkeitsbank werden Handlungsalternativen diskutiert.

 

Auch sonst geht das Reflecta-Programm über das klassische Filme-Gucken hinaus. Zusätzliche Musikacts wie der spanische Liedermacher Kiko Cortés und die Swingband La route du bonheur begleiten durch den Abend und es werden kleine kostenlose Weinproben und Verköstigungen mit fair gehandelten Produkten angeboten. Am Vorabend des Festivals gibt es außerdem im Pengland zur Eröffnung eine Entdeckerparty, auf der verschiedene Initiativen ihre Projekte zum Thema vorstellen. Theateraufführungen, Fotoausstellungen, Workshops, eine Urban Gardening-Aktion, eine Schnippelparty und eine Kleidertauschbörse beweisen, wie sich auch hier aktiv mit den Themen auseinandergesetzt wird, um die es auf dem Reflecta Filmfestival geht.
Jeder Besucher kann selbst entscheiden, wie viel ihm der Eintritt wert ist, da Reflecta ein gemeinnütziger Verein ist.

 

Reflecta
Wann: 7. bis 9. Juni
Wo: Capitol Mainz, Pengland und weitere
Preis: Spende nach eigenem ermessen

 

Infos:
http://www.reflecta.org/index.php/de/events/124.html
http://www.programmkinos-mainz.de/?p=12496

 

 

Autor: 
Marie Koppel
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Reflecta
Taste the Waste
encounters at the end of the world