Anzeige

Selbst der Regen hat gepasst

Element Of Crime im KUZ Mainz, 25.08.2011

 

Gerade bei Bands, die schon mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte die Bühnen der Welt (oder immerhin Deutschlands) bespielen, bringt die Songauswahl auf einem Konzert manchmal ganz neue Einblicke in das Gesamtwerk. Beim Element Of Crime-Open Air-Konzert im Mainzer KUZ machte es Sänger und Frontmann Sven Regener den Zuschauern sogar noch einfacher: Er erwähnte irgendwann während des Auftritts, dass seine Band vom öffentlichen Nahverkehr besessen sei.

 

Aufgefallen war das vorher wahrscheinlich den wenigsten Zuhörern, schließlich sind die entsprechenden Lieder doch ziemlich verteilt auf den zahlreichen Alben der Band. Von Regener darauf gestoßen fielen einem aber sogar die paar einschlägigen Lieder ein, die an diesem Abend nicht gespielt wurden.

 

Denn alle Lieder kann man auch in knapp zwei Stunden (länger durfte der Auftritt der Band aufgrund des Open Air-Charakters der Veranstaltung gar nicht sein) sowieso nicht spielen, wenn man auf zwölf Alben zurückblickt. Dass dadurch auch das ein oder andere Lieblingsstück eines jeden Zuschauers nicht dabei ist, ist völlig klar. Man muss aber auch sagen, dass trotz der Ankündigung, vor allem Songs vom aktuellen Album „Immer da wo Du bist bin ich nie“ zu spielen, etwas aus jeder Bandphase zu hören gab. Sogar ein paar Englischsprachige Songs waren dabei, solche also, die über zwanzig Jahre auf dem Buckel haben. Das letzte englischsprachige Album der Band kam schließlich 1989 heraus.

 

Zwischendurch gab es auch eine Coverversion von „It’s All Over Now, Baby Blue“ zu hören, im Original von Bob Dylan. Doch im Gegensatz zu seinem chronisch schlechtgelaunten Kollegen war Sven Regener mitsamt Band dabei extrem gut drauf, machte jede Menge Witzchen auf der Bühne und konnte so auch zwischen den Songs das Publikum unterhalten.

 

So machte es den etwa tausend Zuschauern – die jüngsten im Studentenalter, der weit größere Teil jedoch war in der Anfangsphase der Band gerade in diesem Alter gewesen – auch nichts aus, als es während der letzten Zugabenrunde mit einem Mal anfing zu regnen. Denn irgendwie passte das alles ja zu den leicht melancholischen Texten, und es wirkte fast wie geplant, dass es pünktlich zum Heimweg nach diesem kurzen meteorologischen Finale genauso schnell aufhörte zu regnen, wie es angefangen hatte.

 

Den schlechten Wortwitz mit „Regen“ und „Sven Regener“ darf sich der verehrte Leser aber bitte selbst ausdenken.

 

Autor: 
Matthias Schmidt
Ressort:
Musik / Live
Facebook:
Artikel bewerten:

Dies bewerten

Noch keine Bewertungen vorhanden

Flattr