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Staatstheater Wiesbaden

In der Spielsaison am Wiesbadener Staatstheater gibt es für die kommende Saison kein festgelegtes Spielzeitmotto.

 

Doch stellen einzelne Stücke aus der Schauspiel- und  Opernsparte einen gewissen Bezug zueinander her, deren Dreh- und Angelpunkt die Bedeutung von Gold und Geld ist. In der Schauspielsparte ist es beispielsweise Elfriede Jelineks Rein Gold (und Eröffnung der Schauspielsparte am 11. September), bei dem Themen wie Geldgier, Macht und politische Korruption auf bitterböse Weise abgehandelt werden. Ein besonderes Highlight der Schauspielsparte und als indirektes Spielzeitmotto anzusehen ist das Rechercheprojekt von Clemens Bechtel in Die Träume der Armen – Die Ängste der Reichen. Ab dem 21. September im Kleinen Haus werden die Theaterbesucher dazu aufgefordert, gemeinsam mit den Schauspielern auf der Bühne in Konversation zu treten und darüber zu philosophieren, welchen Einfluss Reichtum und Armut auf die Ängste, Wünsche und Träume der Menschen ausübt und diese prägt. In der Opernsparte knüpfen Bertolt Brechts Die Frau ohne Schatten (Premiere: 12 September) und Candide (Premiere: 31. Oktober) von Leonard Bernstein thematisch an. Doch was wäre die Oper ohne ein paar Liebesgeschichten, bei denen man nach Herzensfrust den gesamten Taschentuchvorrat aufbrauchen darf? So gibt es zwei der schönsten und traurigsten Liebesgeschichten zugleich, die noch dazu in italienischer Sprache besungen werden. In Giacomo Puccinis La Bohème (Premiere: 10. Oktober) steht die tragische Geschichte zwischen dem Künstler und Freigeist Rodolfo und der stillen und unscheinbaren Mimi im Vordergrund. Beide leben am Rande der Gesellschaft, nicht gewillt, sich ihr anzupassen. Was beide miteinander verbindet, ist der Glaube an Träume und die Liebe, doch der Tod wird sie am Ende wieder trennen. Tragisch, aber dafür mit einem Happy End, geht's weiter in Orpheus und Eurydike (Premiere: 25. Juni), mit dem die Spielsaison im nächsten Jahr enden wird. Das Werk reicht weit zurück in die Entstehungsgeschichte der Oper und trug den Originaltitel L’Orfeo von Claudio Monteverdi 1607. Etwa 150 Jahre später griff Christoph Willibald Gluck das Stück neu auf und ließ Orpheus erneut in die Unterwelt hinabsteigen, um seine verstorbene Eurydike ins Leben zurück zu holen. Nach anfänglichem Scheitern und ein bisschen göttlicher Beihilfe dürfen sich aber beide am Ende wieder in den Armen halten, bis der Vorhang fällt.

Autor: 
Marita Metzler
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