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Studentin, 19, sucht…

Studieren ist teuer! Das mag nicht neu sein, aber der Blick auf daraus resultierende Prostitution ist im Film nichts Alltägliches und das Ergebnis erbarmungslos.

 

Das Leben in Frankreich ist teuer, vor allem als Student. Wasser, Strom, Miete und Heizung kosten die 19 jährige Laura mehr als sie trotz Teilzeitjobs aufbringen kann. Ihr Geld reicht nicht einmal für Lebensmittel – für die angehende Diplom-Dolmetscherin heißt es „survivre“ statt „Savoir-Vivre“.

 

In ihrer Verzweiflung stößt Laura auf die Internet Annonce von Joe, der nach Zweisamkeit und zärtlichen Momenten sucht; gegen gute Bezahlung versteht sich.

Laura entscheidet sich für ein Treffen. Eigentlich soll es bei dieser einmaligen Ausnahme bleiben, doch die Verlockung des schnellen Geldes siegt über Scham und Ekel. Ehe Laura sich versieht befindet sie sich im Sog der Prostitution und da heraus zu kommen ist weitaus schwerer als erwartet.

 

Gnadenlos zeigt Regisseurin Emmanuelle Bercot die teils schon an Vergewaltigung grenzenden Treffen von Laura und ihren Freiern. Die Tatsache, dass es sich um eine Verfilmung der  Autobiografie  von Laura D. handelt ("Mein teures Studium"), macht die 101 Minuten nicht gerade erträglicher. Tatenlos muss man zusehen wie Laura von ihren Kunden wie ein Stück Fleisch benutzt wird.
Wenn ihr einer der Kunden trotz Protest Fesseln anlegt und sie ihrer Schreie unbeachtet mit einem Vibrator malträtiert, kann man sich nur schwer davon abhalten, die Fernbedienung zu nehmen und so zu tun als hätte man diese Szenen nie zu Gesicht bekommen.

 

Hochachtung gilt vor allem der bildhübschen Déborah Francois, die die Rolle der Laura so authentisch darstellt, dass man zeitweise vergisst, dass es sich um eine Verfilmung und nicht um eine Dokumentation handelt.  Es ist verblüffend wie sie die Gradwandlung zwischen der lebensfrohen Studentin und der berechnenden Prostituierten beherrscht.

 

Der Film „Studentin, 19, sucht…“ ist definitiv nicht in die Genre „Leichte Kost“ oder „ein Film für die ganze Familie“ einzureihen. Trotz seiner Perversion ist er unbedingt  sehenswert. Gerade weil er so schonungslos die Realität aufzeigt und man sich am Ende des Films nur fragen kann, in was für einer Welt wir eigentlich Leben.

 

Studentin, 19, sucht… (Orig.: Mes chères études)
Regie: Emmanuelle Bercot (F, 2010)
Spieldauer: 103 Min.
Sprachen: Deutsch, Franszösich (deutsche Untertitel)
FSK: 18
DVD-Start: 30. September 2011
Verleih: Alive

Das Buch "Mein teures Studium" erschien im Goldmann-Verlag (www.goldmann-verlag.de)

 

Zu “Studentin, 19, sucht…” verlost die STUZ zweimal 1 DVD +  Roman (Autobiagraphie von Laura D.). Schreibt uns einfach eine Mail mit Namen, Adresse und dem Passwort Matrikelnummer an losbude@stuz.de.

 

 

Autor: 
Berenice Kortsik
Ressort:
Film / DVD
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Mein Teures Studium - Buchcover