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STUZ-Autorentipp Vol. II

Edgar Allan Poe, ist das nicht dieser seltsame Kauz mit dem Raben? Ja und nein, jedenfalls nicht nur. Er ist viel mehr als bloß ein suizidgefährdeter Träumer, der in unzähligen Gedichten über den Verlust schöner Frauen lamentiert, wie er in der Popkultur gerne verklärt wird.

1809 in Boston geboren war der kleine Edgar schon früh auf sich alleine gestellt. Nachdem der Vater 1810 die Familie verlassen hatte und die Mutter wenig später starb, wurde Poe von einem irischen Kaufmann und dessen Frau aufgenommen und erhielt so seinen bekannten Doppelnachnamen Allan Poe. Mit 27 heiratete er seine 13-jährige Cousine Virginia Clemm, die aber elf Jahre später schon wieder das Zeitliche segnete. Poe vertiefte daraufhin seine Alkoholexzesse und versank fortan in Melancholie, bis er seiner Frau schließlich 1849 folgte.

 

Makaber, düster und unheimlich romantisch – das zeichnet das Werk Poes aus. Zum Beispiel wird „Der Doppelmord in der Rue Morgue“ als erste Detektivgeschichte angesehen, noch bevor ein gewisser Holmes seine Pfeife stopfte. Hier erkennt man deutlich seinen Hang zum Grotesken, denn der Mörder ist niemand anderes als ein entlaufener Affe. Dieses Thema findet sich unter anderem auch in „Der schwarze Kater“, wo eine mit der Leiche eingemauerte Katze den Täter überführt. Besonders bemerkenswert sind auch die lyrischen Facetten, die Edgar Allan Poe zu bieten hat. Wie Kinderreime wirken seine Gedichte, obwohl „Annabel Lee“ oder „Eroberer Wurm“ von Tod und Verlust handeln. Und dann gibt es natürlich noch den allseits bekannten Raben, der einem Witwer schonend beibringt, dass er allmählich den Verstand verliert.

Die Welt Poes nimmt den Leser mit in einen wirren Wirbel aus Wahnsinn und Wagemut und er wurde so über die Jahrhunderte zur Ikone dunkler Subkulturen, die mit zeitgenössischen Künstlern wie Tim Burton manchmal an der Oberfläche kratzen. Wer also ein Faible für das Schräge und Bizarre hat, für den ist Edgar Allan Poe kältestens zu empfehlen, auch an sonnigen Tagen.

 

Kurz & knapp: Spannung, Romantik, Morbidität
Unbedingt lesen: The Complete Tales & Poems of Edgar Allen Poe
Für Freunde von: Charles Dickens, Stephen King

 

 

Autor: 
Sarah Beicht
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